«Dans la maison» (F) Gefährlicher Voyeur

Die Story Germain (Fabrice Luchini) geht seinem Job als Lehrer lustlos nach, bis ihn eines Tages der Aufsatz eines Schülers begeistert. Der schüchterne 16-jährige Claude (Ernst Umhauer) beschreibt darin, wie er sich mit einem Kameraden anfreundet, um in dessen Haus das Familienleben bis ins intimste Detail auszuspionieren.
Beobachtet gern: Claude hat sich in die Mutter seines Schulkameraden verguckt. Klassenlehrer Germain ist von Claudes Texten fasziniert.
Beobachtet gern: Claude hat sich in die Mutter seines Schulkameraden verguckt. Klassenlehrer Germain ist von Claudes Texten fasziniert.

Germain, der am Anfang das Ganze für Fiktion hält, ermutigt Claude zum Weitermachen und löst damit eine Kettenreaktion aus, die nicht mehr zu kontrollieren ist.

Die Schauspieler: Subtil das Spiel des jungen Ernst Umhauer – im Film 16-jährig, im richtigen Leben 22. Mit seinem stechenden Blick und dem süffisanten Lachen wirkt er zeitweise richtig unheimlich. Dem Franzosen, der schon mit sechs Schauspieler werden wollte, wird eine grosse Karriere vorausgesagt. Sein Gegenspieler ist der grosse Fabrice Luchini. Die Rolle des Erziehers scheint ihm auf den Leib geschrieben zu sein. Mit Kristin Scott Thomas und Emmanuelle Seigner wurden auch die Frauenrollen prominent besetzt.

Der Regisseur: François Ozon («8 Frauen») wechselt mit grosser Leichtigkeit die Genres. Mit «Dans la maison» präsentiert er ein vielschichtiges und spannendes Drama.

Der Satz: Claude schreibt in seinem Aufsatz über die Familie seines Kameraden: «Der eigentümliche Duft einer Frau aus der Mittelschicht.»

Das Fazit: Eine packende Geschichte, die auch den Zuschauer zum Voyeur werden lässt. Überraschender Schluss.

 

Bewertung: * * * *
Länge: 105 Min.
Regie: François Ozon
Kinostart: 8.11

 

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