Die kleine Niederdorfoper Gewagt und gewonnen

Nach zwanzig Jahren kehrt des Zürchers liebstes Musiktheater auf die Bühne zurück: «Die kleine Niederdorfoper» gefällt auch ohne Ruedi Walter als Heiri.

Drei Wochen vor der Premiere der «Kleinen Niederdorfoper» im Zürcher Bernhard-Theater: Die Stimmung ist ausgesprochen gut, das Stück scheint den Schauspielern Spass zu machen. Dass es ein kleines Wagnis ist, des Zürchers liebstes Musiktheater nach zwanzig Jahren wieder aufzuführen, scheint niemanden zu beunruhigen.

Damals, 1989, starb Ruedi Walter. Der kleine grosse Volksschauspieler war der Heiri aus Hausen, der sein Kalb in Zürich verkauft und dem sein ganzes Geld im «Lämmli» von Ganoven und Dirnen abgeluchst wird. Er war der Liebling, man litt und freute sich mit ihm.

Nun kommt sie wieder, «Die kleine Niederdorfoper». Und sie wird verzaubern, denn die 26-köpfige Garde spielt und singt mit Herzblut. Erich Vock begeistert als Heiri, Maja Brunner ist grossartig als Serviertochter Irma, Sven Epiney mit Schnäuzchen gibt den perfekten Gauner Bunker-Willy ab, und Viola Tami geht in ihrer Rolle als naives Ruthli völlig auf.

Für die Neufassung der «Kleinen Niederdorfoper» zeichnet sich Max Sieber verantwortlich: «Die grosse Herausforderung war, mit so vielen Schauspielern auf einer ziemlich kleinen Bühne zu arbeiten.» Bei den Kostümen hielt man sich an die 50er-Jahren, schliesslich spielt das Stück auch in dieser Zeit. Die Musik unter Erich Strebel ist moderner gehalten.

Das Bühnenbild von René Ander-Huber und Simon Schmidmeister ist eine Augenweide. Es wirkt intim und ist mit vielen liebevollen Details ausgestattet. «Jede Fassade, jedes Fenster, jedes Tor gibt es wirklich in Zürich», sagt Ander-Huber. «Ich habe sie auf ausgedehnten Spaziergängen entdeckt.»

Ab 3. November wird der Heiri sein Kalb wieder verkaufen, und wir können uns auf Ohrwürmer wie «Uns gabs im alten Babylon» oder «Mir mag halt niemert öppis gunne» freuen.
 

Bernhard-Theater Zürich
3. November bis 31.Januar 2010,
Mittwoch bis Samstag 20 Uhr,
Sonntag 16 Uhr

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