Gustave Coubert in Riehen BS und Genf Vorreiter der Moderne

Gustave Courbet revolutionierte die Malerei. Seine Porträts, Landschaften und Frauenakte faszinieren ein grosses Publikum.
Le fou de peur
© HO

«Le fou de peur», 1844/45.

Gustave Courbet (1819–1877) malte gern Landschaften. Aber nicht nur um ihrer selbst willen. Landschaften boten dem französischen Jurassier, der im Schweizer Exil starb, ein willkommenes Experimentierfeld. Die Farbe, die ihm so wichtig war, trug er mal leicht und transparent auf, mal dick und pastös mit Borstenpinsel, Malspachtel und sogar mit den blossen Fingern. Revolutionär dabei war, wie Courbet mit den verschiedenen Techniken spielte und sie sogar in einem einzigen Bild verwendete. Sein neuartiger Umgang mit der Farbe beeinflusste eine ganze Reihe von Malern: von Monet und Cézanne über Matisse und Picasso bis hin zu Gerhard Richter und Jeff Koons.

Mit der gleichen Leidenschaft malte Gustave Courbet Porträts, darunter unzählige Selbstbildnisse, auf denen er sich mal mit einem schwarzen Hund zeigt, mal als Spaziergänger oder mit vor Angst erstarrtem Gesicht («Le fou de peur», grosses Bild). Das Gros dieser Bilder entstand zu der Zeit, als der aus der Provinz stammende Courbet in Paris Fuss zu fassen versuchte.

Die Fondation Beyeler in Riehen BS präsentiert wegweisende Werke aus allen Schaffensperioden Courbets. Im Zentrum der Ausstellung stehen seine geheimnisvollen Frauenakte am Wasser und ein kleines, skandalträchtiges Bild, das auch heute noch die Gemüter bewegt: «L'origine du monde» (Der Ursprung der Welt) zeigt – wie herangezoomt – die Schamgegend einer Frau.

Parallel zur Schau in Riehen zeigt das Musée Rath in Genf mehr als 70 Bilder aus Courbets letzter Schaffensperiode, als der grosse Wegbereiter der Moderne im Schweizer Exil am Genfersee lebte. Politisches Engagement und eine drohende Gefängnisstrafe hat ihn gezwungen, seine Heimat zu verlassen.

Fondation Beyeler Riehen Bis 18.01 2015
Täglich 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr, Tel. 061 645 97 70
www.fondationbeyeler.ch, Katalog CHF 62.50

Musée d'Art et d'Histoire Genf Bis 4.01.2015
Di–So 11–18 Uhr, jeden 2. Mittwoch bis 20 Uhr
Tel. 022 418 33 40, www.institutions.ville-geneve.ch, Katalog CHF 65.–

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