«Better Safe Than Sorry» im Haus für Kunst Uri Rette sich, wer kann!

Das Zürcher Künstlerduo Wiedemann/Mettler baut das Haus für Kunst Uri zu einer modernen Arche Noah um.
Künstlerpaar Pascale und Daniel
© Heiner H. Schmitt

Das Künstlerpaar Pascale Wiedemann und Daniel Mettler im Haus für Kunst Uri.

Bisher hatten wir Glück, der Sommer ist warm und trocken. Aber man kann nie wissen … Das dachte sich wohl auch das Künstlerduo Wiedemann/Mettler und verwandelte das Haus für Kunst Uri kurzerhand in eine moderne Arche Noah. «Better safe than sorry» heisst die erste grosse Museumsschau von Pascale Wiedemann, 48, und Daniel Mettler, 49, die sich auf spielerische Weise mit dem allgegenwärtigen Sicherheitsbedürfnis auseinandersetzen. Den weitverbreiteten Drang, Tiere zu vermenschlichen, macht sich das Duo zunutze und führt uns mittels 150 ausgestopfter Tiere eingefahrene Denkmuster, skurrile Ängste und absurde Verhaltensweisen vor Augen.

Der Steg ist abgebaut, die Schiffsleiter hochgezogen, die Fensterläden sind verrammelt. Deutlicher gehts nicht: Das Boot ist voll, bis unters Dach. Doch der Reihe nach. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, ist tatsächlich ein starker Auftakt. Ein junger Hund schnuppert verwundert an einer Glasglocke, unter der eine Katze kauert. An der Wand dahinter hängt ein mit dem Wort «Exil» besticktes Stofftaschentuch. Die Frage drängt sich auf: Welchen Preis sind wir für das – oft trügerische –Gefühl der Sicherheit zu zahlen bereit? Ein paar Schritte weiter befindet sich der Besucher unverhofft in einem bunt durchmischten Vogelschwarm: Enten, Papageien, Möwen, Raben, Elstern, sogar ein Fasan scheinen durchs Museum zu fliegen. Den langen Hals eines Schwans ziert eine schwere Goldkette mit dem Schriftzug: «Immun». Gegen was? Vogelgrippe? Schwarmverhalten? Panikattacken? Im Raum nebenan stehen sich zwei mächtige Eisbären gegenüber. Ihre Haltung lässt offen, ob sie sich bekämpfen oder (!) gleich in die Arme fallen …

Das Thema Arche Noah lässt sich vielseitig interpretieren. Was bedeutet Sicherheit? Wer gehört zu den Auserwählten? Was ist uns dies wert? «Alles Fragen, die sehr gut in die heutige Zeit passen», sagt dazu Pascale Wiedemann. 

Haus für Kunst Uri Altdorf
Bis 24. 8., Do–Fr 14–18, Sa–So 11–17 Uhr
Tel. 041 870 29 29, www.hausfuerkunsturi.ch

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