Toulouse-Lautrec im Kunstmuseum Bern Ein Auge fürs Besondere

«Madame Misia Natanson au piano»

Einblick ins Werk Keiner hat die verführerischen Reize und das pralle Nachtleben des Pariser Vergnügungsviertels Montmartre besser in Szene gesetzt als das kleinwüchsige Ausnahmetalent Henri de Toulouse-Lautrec (1864–1901). Meister der kühnen Ausschnitte und der angedeuteten Motive, aber auch Bahnbrecher in der Entwicklung von Plakaten mithilfe der Farblithografie («Plakat für Jane Avril», 1899, oben links).

Bezug zur Fotografie Selber hat Toulouse-Lautrec nie fotografiert. Dies hat er Freunden überlassen, sie sogar damit beauftragt, um später die Aufnahmen als Vorlage für seine Bilder zu nutzen. Gerne liess er auch selbst inszenierte Performances festhalten, wie im Bild «Lautrec porträtiert Lautrec» (um 1894) von Maurice Guibert.

Fokus der Schau Heute ist Toulouse-Lautrec ein Publikumsmagnet. In Bern wird zum ersten Mal das Werk des Franzosen der Fotografie seiner Zeit gegenübergestellt. Das Kunstmuseum besitzt eine Reihe grafischer Blätter sowie das Gemälde «Madame Misia Natanson au piano», 1897 (oben, Ausschnitt). Sie war die Gattin des Verlegers Thadée Natanson und eine viel bewunderte Persönlichkeit in den Pariser Künstlerkreisen – ein Bild, wie eine Liebeserklärung an eine schöne Frau. 

Kunstmuseum Bern Bis 13. Dezember, Di 10–21 Uhr, Mi–So 10–17 Uhr, Tel. 031 328 09 44, www.kunstmuseumbern.ch, Katalog CHF 49.–

Auch interessant