Museum Tinguely Basel Humor, Kunst und Tiefgang

Jean Tinguely ist einer der herausragenden Schweizer Künstler und wichtiger Vertreter der euopäischen Avantgarde. Die aktuelle Schau «Tinguely @ Tinguely» in Basel zeigt nun eine umfassende Retrospektive.
Blech, Eisendraht und Farbe «Le Cyclop – La Tête», Modell 1970, von Jean Tinguely / Niki de Saint Phalle.
Blech, Eisendraht und Farbe «Le Cyclop – La Tête», Modell 1970, von Jean Tinguely / Niki de Saint Phalle.

Von wegen andächtige Stille im Museum. Es knattert, rumpelt, scheppert, knirscht ganz gehörig. Gut, das tut es hier eigentlich immer, wenn man mit dem Fuss auf einen der vielen roten Schalter tritt. Doch zurzeit ist die Eingangshalle des Museums Tinguely noch grösser als sonst und gibt so nicht nur der Kunst, sondern auch den untrennbar mit ihr verbundenen Geräuschen mehr Raum.

Zum ersten Mal seit der Eröffnung 1996 zeigt das Museum ausschliesslich Werke seines Namensgebers. «Tinguely @ Tinguely» heisst die gross angelegte Schau. Sie zeigt eindrücklich, dass der gebürtige Freiburger weit mehr als nur seine unterhaltsamen mechanischen Skulpturen geschaffen hat.

Der Parcour beginnt mit der reich bebilderten Biografie von Jean Tinguely (1925–1991). Den bewegten Reliefs (Méta-Malevich) auf der Galerie folgt ein Raum mit seinen spektakulären Aktionen aus den 1960ern. Nicht verpassen: das Video von «Homage to New York», dem ersten sich selbst zerstörenden Kunstwerk überhaupt. Im Untergeschoss dann eine grosse Zahl seiner verspielten Briefzeichnungen – und «Pit-Stop», eine Skulptur aus Teilen von Formel-1-Rennwagen. Eindrücklich: «Mengele-Totentanz», dessen unheimliches Schattenspiel in einem eigenen Raum besonders gut zur Geltung kommt. Der umfassende Katalog stellt die Sammlung vor, zeigt alle Skulpturen und eine grosse Auswahl an Zeichnungen.

Museum Tinguely Basel
Bis 30. 9. 2013, Di–So 11–18 Uhr,
Tel. 061 681 93 20,
www.tinguely.ch, Publikation CHF 58.–

 

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