«Il Capitale Umano» (I) Und ewig lockt die Geldgier

Carla (Valeria Bruni Tedeschi)
© HO

Wohin nur mit dem Leben? Carla (Valeria Bruni Tedeschi) ist schön, reich und unglücklich. Als ihr Sohn verdächtigt wird, einen Menschen getötet zu haben, ist das Mass voll.

Die Geschichte Der Immobilienhändler Dino kommt gerade so über die Runden. Trotzdem schickt er seine Tochter Serena auf eine teure Privatschule, wo sich das Mädchen in Massimo, den Spross einer neureichen Familie verliebt. Dino wittert durch diese Verbindung seine Chance, in die Geldgeschäfte der «Schwiegereltern in spe» investieren und damit endlich das grosse Geld machen zu können. Dafür verschuldet er sich masslos – und prompt laufen die Dinge aus dem Ruder. Serena lernt einen zwielichtigen Typen kennen und verlässt Massimo, Dinos Geschäfte gehen zunehmend schlecht, und dazu ist seine Frau erneut schwanger. Auch in der neureichen Familie hängt der Segen schief. Massimo wird verdächtigt, einen Velofahrer überfahren zu haben – für seine Mutter Carla bricht eine Welt zusammen.

Die Schauspieler Valeria Bruni Tedeschi (Schwester von Carla Bruni) als desillusionierte Upperclass-Hausfrau ist eine Klasse für sich. Auch Fabrizio Bentivoglio als unterwürfiger Dino und Matilde Gioli als Serena sind überzeugend.

Die Regie Der Film des Italieners Paolo Virzì, 50, basiert auf dem 2004 erschienenen Bestseller «Human Capital» von Stephen Amidon.

Das Fazit Eine glaubwürdig gespielte, bitterböse Gesellschaftsstudie aus dem heutigen Italien. «Il capitale umano» reiht sich in die Reihe neuerer Filme ein («La grande bellezza», «L’intrepido»), die uns Mut machen, Italien nicht verloren zu geben. 

Bewertung ****
Länge 109 Min.
Regie Paolo Virzì.
Im Kino.

 
 
Auch interessant