«Meer» von Jon Fosse Tagträume

Theater Meer
© HO

Worum es geht Zwei Frauen und vier Männer bewegen sich in einem Raum, an den Wänden hängen Bilder mit dem gleichen Sujet: ein Schiff auf rauem Meer des Holländers Jan van Goyen (1596–1656). «Ich bin der Kapitän», sagt immer wieder einer der Männer (Stefan Kurt). «Ich bin der Gitarrenspieler», behauptet ein anderer (Jirka Zett). Die Figuren kommen zusammen, bilden neue Paarungen, gehen auseinander, setzen sich auf Bänke, stehen auf. Dazwischen ertönt Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Rhythmus der sehr zurückhaltenden Inszenierung schwappt von der Bühne in den Zuschauerraum. Man lässt sich tragen vom spärlich Gesprochenen und von den Pausen dazwischen.

Regie und Schauspieler Barbara Frey, seit 2009 Intendantin am Schauspielhaus Zürich (übrigens die erste Frau auf diesem Posten), führt Regie. Das hervorragende Ensemble besteht aus Henrike Johanna Jörissen, Hans Kremer, Stefan Kurt, Claudius Körber, Susanne-Marie Wrange und Jirka Zett.

Der Autor Jon Fosse, 56, ist ein norwegischer Schriftsteller. Er gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen europäischen Dramatikern. Seine Figuren kreisen um Existenzielles und zwingen den Zuschauer zur Innenschau.

Das Fazit Die Kritiker sind voll des Lobes für Regisseurin Barbara Frey, aber auch für Bühnenbildnerin Muriel Gerstner. Ein spannendes Stück (70 Min.), das viel Aufmerksamkeit erfordert.

Schauspielhaus Zürich Aufführungen 28./30. 10., weitere bis Januar 2016, Tel. 044 258 70 70, www.schauspielhaus.ch.

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