Josef Gnädinger in Schaffhausen Vom Bauern zum Künstler

Das Museum zu Allerheiligen widmet dem Schaffhauser Original Josef Gnädinger eine umfassende und vielseitige Ausstellung.
Kunstwerk von Josef Gnädinger
© HO

Ländliches Idyll «Ramsen», das Heimatdorf von Josef Gnädinger.

Erst war er Bauer, später lange Jahre Entwicklungshelfer in Afrika. Und als Maler fand der Schaffhauser Josef Gnädinger (1919– 2000) über seine Heimat hinaus Anerkennung. Nun widmet das Museum Allerheiligen dem Onkel von Schauspieler Matthias Gnädinger, 73, eine eindrückliche Ausstellung, die das umfangreiche OEuvre und sein engagiertes Leben facettenreich beleuchtet.

Als Bauernsohn bewirtschaftet der junge Josef Gnädinger den elterlichen Hof in Ramsen. Doch schon früh malt und zeichnet er, wann immer er Zeit findet. Angeregt durch Museumsbesuche und Lektüre, schult er sich autodidaktisch und probiert verschiedenste künstlerische Techniken aus, von der Malerei über Zeichnung und Druckverfahren bis hin zur Schnitzkunst. Entsprechend vielfältig ist sein Werk, das sich durch eine zunehmend abstrahierende Formenund Farbensprache auszeichnet. Seine Motive findet Gnädinger überall: Dinge aus dem bäuerlichen Alltag wie beim Triptychon «Das tägliche Brot», Blumenwiesen, die Häuser seines Heimatdorfes Ramsen (siehe grosses Bild), aber auch Landschaften mit tiefem Horizont und einem wilden Himmel oder eindrückliche Porträts von Menschen, denen er während seiner Zeit im Savannendorf Bombouaka in Togo begegnet. Landschaften wie Menschen und Tiere sind in ihren Eigenheiten erfasst, die künstlerische Umsetzung ist unmittelbar, farbig und von grosszügigem Gestus. Seine Werke bringen ihm in der Heimat Geld ein, das er den Dorfbewohnern zukommen lässt.

In der umfassenden Schau zu sehen sind Arbeiten aus der Zeit von 1939 bis kurz vor seinem Tod im Jahre 2000. Sie reichen von den Anfängen im heimatlichen Ramsen über die afrikanischen Jahre bis zu seiner Rückkehr Anfang der 1980er-Jahre, als Gnädinger im Spätwerk auf die vertrauten Motive seiner Jugendjahre zurückgreift. 

Museum zu Allerheiligen Schaffhausen 
Bis 8. 3., Di–So 11–17 Uhr, Tel. 052 633 07 77
Publikation CHF 48.–, www.allerheiligen.ch

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