Geburt eines neuen Kunststils Vom Inhalt befreite Farben

Kasimir Malewitsch Ausstellung
© State Russian Museum, St. Petersburg

«Suprematismus», 1919, von Kasimir Malewitsch

Geburt der gegenstandslosen Malerei
Der russische Maler Kasimir Malewitsch (1878– 1935) revolutionierte vor genau 100 Jahren die Kunstszene mit einem provokanten Bild, worauf ein schwarzes Quadrat auf weissem Grund zu sehen war. Die Stunde null der gegenstandslosen Malerei hatte geschlagen. Noch im selben Jahr stellte Malewitsch das Bild «Schwarzes Quadrat» zum ersten Mal in Petrograd (St. Petersburg) in der von ihm konzipierten Schau «Die letzte futuristische Ausstellung der Malerei 0,10 (Null– Zehn)» aus. Die Null stand für den Neuanfang, die Zehn für die Anzahl der ausstellenden Künstler (die später auf 14 erweitert wurden). Der neue Stil hiess Suprematismus, abgeleitet vom lateinischen suprematia, was so viel heisst wie «Überlegenheit».

Einfluss auf die Nachwelt
Malewitsch war der erste Künstler, der Farben komplett vom Inhalt befreite (Bild oben: «Suprematismus», 1919, Kasimir Malewitsch, ©2015 State Russian Museum, St. Petersburg). Sein «Schwarzes Quadrat» wurde zur Ikone der Moderne und diente als Ausgangspunkt für Künstler wie Mark Rothko oder Lucio Fontana.

Bilder in Riehen
Die Ausstellung dürfte auch für Kenner eine Überraschung sein, zumal zahlreiche Exponate noch nie bei uns gezeigt wurden. Und wieder einmal gelingt es dem Museum Beyeler, Grossartiges zu zeigen. 

Fondation Beyeler Riehen BS. Bis 10. 1., täglich 10–18 Uhr, Tel. 061 645 97 00, www.fondationbeyeler.ch, Katalog CHF 68.–

Auch interessant