Kinofilm: «Heidi Schneider steckt fest» (D/N) Wenn die Panikattacke zuschlägt

Heidi Schneider steckt fest

Beschwörungstanz gegen die Depression Hedi (Laura Tonke) findet nicht aus ihrer Traurigkeit heraus. Schliesslich beginnt ihr Mann Uli verzweifelt eine Affäre.

 

 

Die Geschichte Hedi hat ein wahrhaft sonniges Gemüt. Bleibt sie im Lift stecken, bestellt sie beim Diensthabenden des Notrufs gut gelaunt einen Hamburger. Auch die Neurosen ihres Büronachbarn nimmt sie mit Humor. Doch als dieser sich eines Tages das Leben nimmt, zerbricht etwas in ihr. Mitten im Liebesspiel mit ihrem Mann wird sie plötzlich von einer Panikattacke geschüttelt. Dass körperlich alles in Ordnung sei, wie ihr die Ärzte kurz darauf versichern, hilft wenig. Denn die junge Mutter verfällt zusehends in einen depressiven Zustand, aus dem ihr weder der verständnisvolle Partner noch ihr kleiner Sohn heraushelfen kann. Das Einzige, was nützt, sind Tabletten. Und dies kann ja keine Lösung sein, oder doch?

Die Schauspieler Die Berlinerin Laura Tonke, 41, schafft den Spagat zwischen Leichtigkeit und Verzweiflung ihrer Figur spielend. Auch Hans Löw als hilfloser Partner überzeugt. Sofort schliesst man die liebenswerte, skurrile Berliner Kleinfamilie ins Herz.

Die Regisseurin Die mehrfach ausgezeichnete Berlinerin Sonja Heiss, 39, landete 2007 mit «Hotel Very Welcome» einen Überraschungserfolg.

Das Fazit Die verheerenden Auswirkungen einer Depression – nicht nur für die Betroffenen, auch für ihr Umfeld – werden glaubwürdig und nuanciert geschildert. Und das Plus zum Schluss: kein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende, dafür eins mit Hoffnungsschimmer. Ach ja, noch etwas: die Filmmusik – grossartig. 

Bewertung *****
Länge 92 Min
Regie Sonja Heiss
Im Kino

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