Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern (CH/D) Liebeslust und Mutterleiden

Victoria Schulz Berlinerin

Späte Pubertät. Die geistig behinderte Dora (Victoria Schulz) liebt das Leben und die Liebe – das bleibt nicht ohne Folgen.

 

 

Die Geschichte Die 18-jährige Dora ist geistig behindert und wird medikamentös behandelt. Eines Tages entschliesst sich ihre Mutter, die beruhigenden Präparate abzusetzen, damit ihre Tochter nicht weiterhin vor sich hindämmert. Das hat allerdings zur Folge, dass die hübsche Dora nun die Freuden des Lebens und der Lust entdeckt. Als die junge Frau den gut aussehenden Peter kennenlernt, haben die beiden Sex – zum Schrecken von Doras Eltern. Das Paar trifft sich trotzdem heimlich weiter. Dann wird Dora schwanger.

Die Schauspieler Die Berlinerin Victoria Schulz, 24, gibt in dem Film ihr Kinodebüt und meistert die Rolle mit Bravour. Jenny Schily überzeugt als mit ihren eigenen Problemen überforderte Mutter.

Das Unbehagen Das Thema ist schon brisant genug. Warum ausgerechnet Doras Liebhaber eine unsympathische, fragwürdige Figur sein muss, ist weder ersichtlich noch glaubwürdig.

Die Regie Die Baslerin Stina Werenfels, 50, («Nachbeben», 2006), hat das gleichnamige Theaterstück von Lukas Bärfuss verfilmt.

Das Fazit Ein wichtiger Film, sorgfältig umgesetzt und gut gespielt. Das Thema ist happig, und dem Zuschauer wird einiges zugemutet. Es bleibt zu hoffen, dass der Film zur Diskussion über das Thema Sexualität und Behinderung anregt. Und das nicht nur im privaten Bereich. Übrigens: Gleich viermal wurde der Film für den Schweizer Filmpreis nominiert.

DORA oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern (Official Trailer) deutsch

Bewertung ****
Länge 90 Min.
Regie Stina Werenfels
Im Kino

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