Stefan auf der Maur Plein-Air-Malerei: Draussen zu Hause

Stefan Auf der Maur hält in «Radius Basel - Plein Air» den Kontrast von Stadt und Natur in kleinformatigen Ölbildern fest.
das aktuelle Projekt von Stfan Auf der Maur
© Heiner H. Schmitt

Auf dem Dach seines Basler Ateliers entstand das aktuelle Projekt von Stefan Auf der Maur. 

Wie einst die Impressionisten packt Stefan Auf der Maur Stativ, Leinwand, einen Koffer voller Malutensilien und macht sich auf, im Freien zu malen. Die gewählten Sujets sind jedoch völlig andere als bei Monet oder Renoir: der rot-weiss gestreifte Kamin einer Verbrennungsanlage, Glastürme mit spiegelnden Fassaden, Baustellen, Lagerhäuser. «Radius Basel – Plein air» nennt der Wahlbasler mit Luzerner Wurzeln diese eher ungewöhnlichen Stadtansichten.

Die Idee dazu hatte der 35-jährige Künstler letzten Sommer beim Blick durchs Atelierfenster. Über dem Grün der benachbarten Gärtnerei ragen zwei Kamine der Kehrichtverbrennung in den Himmel. Dieser Gegensatz von Natur und Industrie reizte Stefan Auf der Maur. Kurzerhand kletterte er aufs Flachdach des Gartenhäuschens und bannte die Aussicht auf Leinwand. Seither sind über 80 meist kleinformatige Werke in und um Basel entstanden.
Ein Freiluftmaler setzt sich dem Wetter aus – und den Kommentaren der Passanten, die ihm schon mal vorschlagen, doch ein attraktiveres Sujet als eine Kiesfabrik zu wählen. Stefan Auf der Maur nimmts gelassen: «Meine Malart tendiert zur Auflösung. Mich interessiert der schmale Grat zwischen Abstraktion und Respekt vor dem Gegenstand.» So hat er auch Screenshots von verpixelten Gebäuden auf Google Earth übermalt. Dabei ging es um die Frage: Wie wenig braucht es, damit ein Haus als Haus erkennbar ist?

Wer auf den Bildern nicht erkennt, welche Gebäude er vor Augen hat, kann auf stefan-aufdermaur.blogspot.ch die verschiedenen Orte nachverfolgen, die der Künstler in seinem Projekt verewigt hat. 

Galerie Hilt Basel
Bis 5. 7., Di–Fr 12.30–18, Sa 12–17 Uhr
Tel. 061 272 09 22, www.galeriehilt.ch

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