«Ins Offene» Huldigung an die Schönheit im Kunstmuseum Luzern

«Ins Offene» im Kunstmuseum Luzern zeigt Landschaften von Robert Zünd über Ferdinand Hodler bis Max von Moos.
«La Suberba», 1951, von Max von Moos
© HO

Surreal «La Superba», 1951, von Max von Moos 

Kaum steigen die Temperaturen, spriessen nicht nur die Knospen, es wächst auch das Bedürfnis, die Natur beim Frühlingserwachen zu beobachten. Einen wettersicheren Spaziergang garantiert zurzeit das Kunstmuseum Luzern. Die Ausstellung «Ins Offene» basiert auf museumseigenen Sammlungsbeständen und ist eine kleine Kunstgeschichte der Naturdarstellung, die von Idylle, realistischer und symbolistischer Darstellung bis hin zur Natur als Modell für die Abstraktion führt.

Robert Zünd (1827–1909) gilt als bekanntester Luzerner Landschaftsmaler. Seine in Sonnenlicht getränkten Wälder, die goldenen Weizenfelder, der klarblaue Himmel seiner Werke ziehen die Betrachter sofort in ihren Bann. Die Präzision, der virtuose Umgang mit Licht- und Farbenspiel faszinierten bereits Zünds Zeitgenossen. Interessanterweise entstanden alle seine grossen Landschafts-studien im Atelier, basierend auf zahlreichen Skizzen und Entwürfen.

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Landschaftsdarstellung in eine neue Richtung. Die klassische Landschaftsdarstellung zeigt den Menschen noch als den Beherrscher der Natur und zugleich im Einklang mit ihr. Nach und nach dienen landschaftliche Strukturen als Ausgangspunkt für abstrakte Bilder oder thematisieren Sehgewohnheiten und soziale Missstände. Die Werke vermitteln nicht nur einen Einblick in die verschiedenen Stile, sie geben auch Auskunft über das Verhältnis des Menschen zur ihn umgebenden Natur.

Abstrakte Farbkompositionen eines Franz Fedier (1922–2005), surrealistisch-futuristische Bildkompositionen eines Max von Moos (1903–1979) oder meditative Bergstudien von Ferdinand Hodler (1853–1918) – wer nach all den vielfältigen Naturdarstellungen noch nicht genug hat, richte den Blick beim Verlassen des Museums in die Ferne. Mit etwas Glück herrscht schönes Frühlingswetter, dann präsentiert sich das gesamte Alpenpanorama in voller Pracht.

Kunstmuseum Luzern Bis 23. 11., Di–So 10–17 Uhr
(offen auch Ostermontag und Pfingstmontag)  
www.kunstmuseumluzern.ch
Tel. 041 226 78 00

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