«Nachtzug nach Lissabon» (P/CH) Liebe in Zeiten des Widerstands

Auf dem Weg zur Arbeit rettet der Lateinlehrer Raimund Gregorius einer jungen Portugiesin das Leben, die sich von der Berner Kirchenfeldbrücke stürzen will.
Schicksalhafte Begegnung. Der Lehrer Raimund Gregorius bewahrt eine junge Frau vor dem Selbstmord. Dabei entdeckt er ein Buch, das sein Leben verändert.
Schicksalhafte Begegnung. Der Lehrer Raimund Gregorius bewahrt eine junge Frau vor dem Selbstmord. Dabei entdeckt er ein Buch, das sein Leben verändert.

Kurz darauf verschwindet die Frau spurlos. Sie hinterlässt ihren Mantel, in dem sich ein Zugbillett nach Lissabon und ein Buch befindet, das Gregorius’ Leben schlagartig verändert. Der portugiesische Autor Amadeu de Prado schreibt darin genau über die Themen, die Gregorius seit Jahren umtreiben: Einsamkeit, die eigene Endlichkeit, Freundschaft, Liebe, Loyalität. Beherzt steigt er in den Nachtzug, um in Lissabon mehr über diesen Schriftsteller zu erfahren. Seine Nachforschungen führen in ein dunkles Kapitel portugiesischer Vergangenheit und zu einer tragischen Dreiecksgeschichte.

Die Stars: Mit dem Briten Jeremy Irons, der Deutschen Martina Gedeck und dem Schweizer Bruno Ganz sind drei Grössen der europäischen Schauspielriege vertreten.

Die bleibende Frage: Wenn es so ist, dass wir nur einen Teil von dem leben können, was in uns ist, was passiert mit dem Rest?

Der Hintergrund: Dem Berner Philosophieprofessor Peter Bieri, 69, alias Pascal Mercier gelang mit dem gleichnamigen Buch 2004 ein Weltbestseller, der in 32 Sprachen übersetzt wurde.

Das Fazit: Regisseur Bille August ist die Verfilmung des philosophischen Stoffes gut gelungen. Trotzdem – die Vielschichtigkeit und Tiefe des Originals erreicht er nicht. Es lohnt sich also, das Buch zu lesen.

 

Bewertung: ****
Länge: 110 Min.
Regie: Bille August
Kinostart: 07.03.2013

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