Im Kino Luftibus Clooney setzt zur Landung an

Up in the Air (USA): George Clooney spielt in Jason Reitmans Oscar-Anwärter einen Mann, der mehr in der Luft als auf dem Boden lebt.
Luftibus Clooney setzt zur Landung an
© Paramount Pictures Switzerland Luftibus Clooney setzt zur Landung an

Man nennt ihn «Mister leerer Rucksack». Ryan Binghams Job ist es, Leute zu entlassen. Dafür fliegt er mit möglichst wenig Gepäck in den USA herum und verfolgt privat ein ehrgeiziges Ziel: Er will die 10-Millionen-Flugmeilen-Grenze durchbrechen.

Auch im Privatleben – wenn es ein solches für den mit dem Beruf verheirateten Playboy überhaupt gibt – verzichtet Bingham (George Clooney) auf Gewichtiges. Heiraten kommt für den Vielflieger nicht infrage. Nun sieht der überzeugte Single allerdings unerwarteten Turbulenzen entgegen: Er verliebt sich an einer Hotelbar in Alex Goran (Vera Farmiga), die einen ähnlichen Lebensstil pflegt. Zudem setzt ihm sein Arbeitgeber die junge Business-Frau Natalie Keener (Anna Kendrick) zur Seite, die aus Kostengründen der ewigen Fliegerei ein Ende setzen soll.

«Up in the Air» gilt als heisser Oscar-Anwärter. Bereits hat der Film von Jason Reitman («Juno», «Thank You for Smoking») einen Golden Globe für das beste Drehbuch erhalten. Dieses überzeugt vor allem mit den Dialogen: Obwohl fast pausenlos geredet wird, nützen sich diese – auch dank den souveränen Hauptdarstellern – nicht ab, sind humorvoll und haben durchaus eine gewisse Tiefe.

Die melancholische Komödie geht trotzdem nicht wirklich unter die Haut. Statt von dramaturgischen Höhen und Tiefen lebt die Geschichte vielmehr von einem realitätsnahen, verspielten und gesellschaftskritischen Grundton. Bingham scheint sein Leben voll im Griff zu haben, zufrieden zu sein, und doch läuft er – die wenigen Male, die er nach Hause zurückehrt – immer wieder in die Einsamkeit. Was dem Rastlosen fehlt, gesteht er widerwillig seinem zukünftigen Schwager, der kurz vor der Hochzeit kalte Füsse kriegt: «Jeder braucht einen Kopiloten» und überzeugt so den Bräutigam, doch noch zu heiraten.

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