«Peepli Live» (IND) Medienhype im indischen Dorf

Der Plot Verzweifelt kehrt Natha aus der Stadt zurück. Die Bank gibt dem Kleinbauern keinen Kredit mehr, sein Land droht zwangsversteigert zu werden. Die letzte Hoffnung ist ein schmieriger Lokalpolitiker.
Verzweifelt: Natha (l.) und Budhia droht die Zwangsversteigerung ihrer Äcker.
© Trigon Film Verzweifelt: Natha (l.) und Budhia droht die Zwangsversteigerung ihrer Äcker.

Doch dieser rät Natha kaltblütig, sich doch umzubringen. So bekomme seine Familie die saftige Regierungsprämie, die den Hinterbliebenen bei einem Selbstmord des Familienoberhauptes zusteht. Schliesslich willigt Natha ein. Doch es stehen Wahlen an. Und als ein Journalist von Nathas angekündigtem Selbstmord erfährt, überstürzen sich die Ereignisse: Plötzlich stehen hochrangige Politiker und die Sensationsmedien vor Nathas Haus. Wie wird er sich entscheiden?

Der Hintergrund: Der Film basiert auf einem tragischen Phänomen. Angeblich nahmen sich zwischen 1997 und 2007 über 180 000 indische Bauern das Leben. Auch die finanzielle Unterstützung für Hinterbliebene entspricht der Wirklichkeit. Der Betrag: 2000 US-Dollar.

Die Regie: Die indische Dokumentarfilmerin Anusha Rizvi, 33, gibt mit «Peepli Live» ihr Spielfilm-Debüt. Produziert wurde der Film von Aamir Khan, der mit «Lagaan» im Jahre 2002 eine Oscar-Nominierung bekam.

Das Fazit: Kaum rührselig, dafür berührend, aber auch humorvoll. Und frei von jeglichem schrillen Bollywood-Pomp. «Peepli Live» ist eine gelungene Tragikomödie mit einem todernsten Unterton. Lohnend! ANINA RETHER

Bewertung: * * * *
Länge: 105 Min.
Regie: Anusha Rizvi.
Im Kino.

 

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