«SISTER» (F/CH) Mit allen Wassern gewaschen

Die Story Der zwölfjährige Simon (Kacey Mottet Klein) lebt mit seiner Schwester Louise (Léa Seydoux) ein tristes Leben unten im Tal.
Kleiner Dealer gross im Geschäft: Simon (l.) hat ein neues Versteck für die geklaute Ware gefunden.
Kleiner Dealer gross im Geschäft: Simon (l.) hat ein neues Versteck für die geklaute Ware gefunden.

Im Winter fährt er mit der Gondelbahn hinauf in das prächtige Skigebiet, um reichen Touristen Ski und Ausrüstung zu stehlen. Die Beute verkauft er den Kindern in seinem Wohnblock, aber auch der Küchenmannschaft oben im Restaurant. Louise, die ihre Stelle hingeschmissen hat, wird aus Geldmangel immer abhängiger vom kleinen Dieb.

Die Stars: Nach «Home» und «Gainsbourg» begeistert der Waadtländer Kacey Mottet Klein, 14, erneut das Kinopublikum. Lässig, locker, nonchalant spielt er die Rolle des kleinen Dealers und Alleskönners, dem die Kindheit abhandengekommen ist. Ein wahres Naturtalent, dem Ursula Meier die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Grossartig auch Léa Seydoux als junge, vom Leben enttäuschte Frau.

Die Regisseurin: Die Genferin Ursula Meier, 40, feierte vor drei Jahren mit ihrem ersten Langspielfilm, «Home», Erfolge. An der diesjährigen 62. Berlinale wird «Sister» mit einer lobenden Erwähnung geehrt. Zum ersten Mal wird dazu auch ein Silberner Bär verliehen.

Der Tenor: Mit «Denen da oben ist es egal» rechtfertigt Simon seine Diebstähle.

Das Fazit: Ein berührender, starker Film, der zum Nachdenken anregt.



Bewertung: * * * *
Länge: 97 Min.
Regie: Ursula Meier
Kinostart 26. 4.
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