Philippe Halsman «Etonnez-moi!»: Wenn Katzen fliegen

In Lausanne sind 300 Werke des grossen Fotografen Philippe Halsman zu bewundern. Vor allem seine einzigartigen Porträts.
«Dali Atomicus» gehört zu den bekanntesten Fotografien des Amerikaners
© 2013 Philppe Halsman Archive

«Dali Atomicus», 1948, gehört zu den bekanntesten Fotografien des Amerikaners. 

Mit Salvador Dalí war Philippe Halsman über 30 Jahren befreundet. Ihre Zusammenarbeit trug die seltsamsten und aufregendsten Früchte. Wie etwa «Dalí Atomicus» aus dem Jahr 1948. 26 Versuche und über fünf Arbeitsstunden erforderte die Aufnahme, in der alles in Bewegung ist. Katzen fliegen durch die Lüfte – eine sogar in einem Wasserstrahl gefangen. Stuhl, Stativ und Hocker scheinen der Gravitation enthoben, und sogar der Meister will hoch hinaus. Witzig, gekonnt, surreal und typisch Halsman.

Philippe Halsman wird 1906 in Riga, Lettland, geboren, kommt zu Beginn der 30er-Jahren nach Paris und wird Fotograf. Er arbeitet für «Vogue», «Vu» und «Voilà», porträtiert Künstler wie André Gide, André Malraux, Le Corbusier. 1940 emigriert Halsman mit der ganzen Familie in die USA, wo seine eigentliche Karriere beginnt. Ein Jahr später trifft er zum ersten Mal Salvador Dalí, 1947 entsteht das ikonenhafte Porträt von Albert Einstein für «Time», 1949 lichtet er die noch unbekannte Marilyn Monroe ab. Zehn Jahre danach macht das amerikanische Sexsymbol im Halsman-Projekt «Jumpology» mit (r.). Das Konzept von Philippe Halsman ist einfach: Er lässt wichtige Persönlichkeiten vor der Kamera springen, um ein natürlicheres und spontaneres Porträt von ihnen einzufangen. Für das amerikanische Magazin «Life» schiesst Philippe Halsman sage und schreibe 101 Titelbilder. Er lernt die berühmtesten Menschen des Jahrhunderts kennen: Albert Einstein, Duke Ellington, Richard Nixon, Rita Hayworth, Marilyn Monroe, den Herzog und die Herzogin von Windsor.

Die Ausstellung, die zusammen mit den Familienarchiven Halsman realisiert wurde, beleuchtet anhand von 300 erstklassigen Exponaten zum ersten Mal die gesamte Karriere des grossen Fotografen. Von seinen Anfängen im Paris der 30er-Jahre bis hin zum Riesenerfolg seines New Yorker Studios zwischen 1940 und 1970.

Musée de l’Elysée Lausanne VD
Di–So 11–18 Uhr, Eintritt frei am 1. Sonntag des Monats
Tel. 021 316 99 27, www.elysee.ch
Es erscheinen zwei Kataloge.

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