Einzelausstellung von Karin Lehmann in Biel Plastikerin mit viel Witz

Karin Lehmann bestreitet im Kunsthaus CentrePasquArt ihre erste Einzelausstellung. Die junge Bernerin überrascht mit witzigen Werken.
Im Labyrinth. Karin Lehmann inmitten ihres Werkes «West Silvertown», 2013, bestehend aus sechs Gipsplastiken.
© Raja Läubli, Laure Albin Guillot/Roger-Viollet Im Labyrinth. Karin Lehmann inmitten ihres Werkes «West Silvertown», 2013, bestehend aus sechs Gipsplastiken.

Karin Lehmann, 31, lacht gern. Spitzbübisch. Fröhlich. Die Arbeit macht ihr Spass und das Herumexperimentieren sowieso. Wie jetzt mit Farbe. Zwar ist ihr Mut bescheiden geblieben, nur ein Pigment hat sich gegenüber den schneeweissen Gipsarbeiten behaupten können: das des Randensaftes. Mit Randensaft (!) hat Karin Lehmann die Glastüre zur Ausstellung angemalt, die Fenster und – drei Tage vor der Vernissage – eine grosse Wand. Bei dieser Arbeit packten alle mit an, sogar Direktorin Felicity Lunn. «Im dritten Ausstellungsraum hat mir einfach noch der Überraschungseffekt gefehlt», erklärt die Künstlerin. Der Randensaft übrigens symbolisiert das Flüchtige. Im Laufe der Ausstellung wird die Farbe durch Einwirkung des Lichtes verblassen und der zarte rosarote Schimmer auf den Gipsobjekten nur noch als Erinnerung bleiben.

Bevor Karin Lehmann an der Hochschule der Künste Bern mit dem Bachelor of Fine Arts abschloss, hatte sie sich zur Töpferin ausbilden lassen. Heute noch arbeitet die Künstlerin viel und gerne mit den Händen und mit Alltagsmaterialien wie Gips oder Glas. Angesengte Glasscheiben spielen in der Ausstellung im Kunsthaus Aarau die zentrale Rolle, Gipsobjekte in Biel. «Gips ist günstig, überall erhältlich und eignet sich bestens zum Ausprobieren.»

Die Bernerin spielt mit unserer Wahrnehmung. In doppelter Sicht ist «Skluptur», 2013 (oben rechts), witzig: Die Verdrehung des Wortes appelliert an mehr Aufmerksamkeit beim Betrachten der Dinge, und Gipstuch und Metallstab täuschen: Nicht der Stab hält die Installation aufrecht, sondern das Tuch.

Gleich nach der Eröffnung der Bieler Schau ist Karin Lehmann nach Island geflogen. Ein dreimonatiges Reisestipendium der Stadt Bern erlaubt es ihr, um die Insel zu fahren und in Reykjavik haltzumachen. «Ich freue mich auf das Moos, auf die Steine. Und auf die Vulkane.» Ihre Inspirationen wird sie in der ersten Phase digital festhalten.

Kunsthaus CentrePasquArt Biel BE
Bis 1. 9.
Mi–Fr 14–18, Sa/So 11–18 Uhr
Tel. 032 322 55 86
www.pasquart.ch

Aargauer Kunsthaus «Caravan»
2/2013 bis 18. 8.

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