Im Kino Polanski und die Vergangenheit

«Ghostwriter» (USA) Ein britischer Ghostwriter soll die Memoiren des früheren Premierministers schreiben. Ein lebensgefährlicher Job.
Der Ghostwriter (Ewan McGregor) stösst auf ein Rätsel.
© Monopole Pathé Films Der Ghostwriter (Ewan McGregor) stösst auf ein Rätsel.

Über dem Meer tobt ein gewaltiges Gewitter. Blitze erhellen die pechschwarze Nacht. Der Regen peitscht unbarmherzig auf die ankommende Fähre, die sich bedrohlich dem Kinopublikum nähert. Bis auf der Leinwand nur noch der Bug zu sehen ist. Dann schwenkt die Kamera auf die Ladefläche des Schiffes, Autos werden hektisch von der Bordmannschaft auf die Insel gelotst. Bis auf ein Auto, dessen Lenker verschwunden ist. Dramatisch beginnt Roman Polanskis neuester Film «The Ghostwriter». Und so gehts Schlag auf Schlag weiter.

Der Plot ist einfach: Ein Verlag hat die Rechte der Memoiren des früheren britischen Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) gekauft und will sie möglichst rasch herausbringen. Doch dann verunglückt Langs langjähriger Mitarbeiter und Autor. Die Zeit drängt, und so wird ein britischer Ghostwriter (Ewan McGregor) für viel Geld engagiert. Die scheinbar einfache Aufgabe erweist sich als harte Nuss, der Ghostwriter wird bald um sein Leben fürchten müssen.

Der Film basiert auf dem Bestseller «The Ghost» von Robert Harris. Dieser hat zusammen mit Polanski auch das Drehbuch adaptiert. Noch vor Beendigung des Filmes wird Oscar-Preisträger Roman Polanski am 26. September 2009 am Zürcher Flughafen verhaftet und steht nun in seinem Haus in Gstaad unter Hausarrest. Ein mehr als 30 Jahre alter amerikanischer Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen ist noch hängig.

Pikantes Detail: In «The Ghostwriter» wird Ex-Premierminister Lang von seiner Vergangenheit eingeholt: Er sitzt in den USA fest und muss in England mit einer Haftstrafe rechnen. Polanski geht es im Moment nicht viel besser. Als ob der Macher von Kinohits wie «Rosemary’s Baby», «Chinatown» oder «The Pianist» alles irgendwie vorausgeahnt hätte.
 

Warum der Film ein Muss ist

  • Weil Roman Polanski seinem Ruf als Meister der Spannung voll nachkommt.
  • Weil der Regisseur wieder mit tollen Schauspielern arbeitet.
  • Weil Robert Harris’ Roman «Ghost» ein Weltbestseller ist.

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