Konrad Witz im Kunstmuseum Basel Ritterglanz und Gloria

Er gehört zu den bedeutendsten Malern der Spätgotik: Konrad Witz. Im Kunstmuseum Basel ist eine einzigartige Zusammenstellung seiner Werke zu sehen.
Farbenfroh: Abraham vor Melchisedek (1435)
Farbenfroh: Abraham vor Melchisedek (1435)

Mit Konrad Witz (1400–1447) fand die Wirklichkeit Eingang in die altdeutsche Malerei. Die dreidimensional wirkenden Bildräume müssen seine Zeitgenossen stark beeindruckt haben. Auch seine akribische Darstellung kostbarer farbiger Stoffe, metallener Rüstungen und glänzender Schmuckstücke zogen und ziehen die Betrachter bis heute in ihren Bann. Der in Rottweil geborene und in Basel wohnende Witz zählt zu den radikalsten Erneuerern der Malerei in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Der gelehrte Maler war kultiviert, belesen und des Lateinischen kundig. Intensiv befasste sich der Künstler mit den Problemen, die dreidimensionale Wirklichkeit in die zweidimensionale Malerei umzuwandeln und Innen- und Aussenräume in der richtigen Perspektive darzustellen. Die Beschäftigung mit Licht, Schatten oder Spiegelungen sowie das Bemühen um räumliche Tiefe zeugen von seiner Kenntnis der altniederländischen Malerei rund um Jan van Eyck (1390 bis 1441). Wie und wo Witz diese erworben haben könnte, ist jedoch nicht überliefert. Während rund zehn Jahren schuf Konrad Witz neben Gemälden auch zahlreiche Altarwerke, von denen nur wenige Tafeln die Zeit überdauert haben. Sein Schaffen umfasst jedoch nicht ausschliesslich kirchliche Bilder, auch Landschaften sind Teil seines Schaffens.

Die Schau in Basel zeigt nun erstmals das fast vollständige Werk dieses eigenwilligen Pioniers der Spätgotik. Kleiner Wermutstropfen: Der Genfer Petrus-Altar fehlt, er darf aus restauratorischen Gründen nicht mehr reisen, ist aber immerhin als Reproduktion präsent. Mit über 80 Exponaten, darunter zahlreichen Leihgaben auch aus den Bereichen Grafik, Wand- und Glasmalerei, wird zugleich der Einfluss dargestellt, den Konrad Witz auf seine Zeitgenossen ausübte.

Kunstmuseum Basel: Bis 3. 7. Di–So 10–18 Uhr (am 16. 6. von 11–18 Ihr), Tel. 061 - 206 62 62, Publikation CHF 79.–, www.kunstmuseumbasel.ch

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