25 Jahre Les Reines Prochaines Royale Frauenpower

Die Basler Frauenband "Les Reines Prochaines" geben uns die volle Ladung: neue CD, neuer Dokufilm, neues Programm.
Geballte Ladung Energie: Les Reines Prochaines proben in ihrem Studio im Kleinbasel.
© Heiner H.Schmitt Jr 2012 Geballte Ladung Energie: Les Reines Prochaines proben in ihrem Studio im Kleinbasel.

Fünfundzwanzig Jahre dauert sie nun schon, die Regentschaft von Les Reines Prochaines. Ein nahezu biblisches Alter für eine Frauenband. Doch Michèle Fuchs, Fränzi Madörin, Muda Mathis und Sus Zwick geben sich so ungezähmt und schräg, so schnoddrig und gnadenlos wie in den Anfängen, als die Band mit ihrer frechen Mischung aus Punk, Kabarett, Performance und undogmatischem Feminismus für Furore sorgte. Die wilden, ungebundenen jungen Frauen von damals haben sich seither zu etablierten Künstlerinnen gemausert, sie haben Familie, unterrichten. «Doch wir sind immer noch so authentisch wie früher», sagt Fränzi Madörin, und Muda Mathis fügt an: «Und wunderbar resistent gegen Trends und Erwartungen.» Darin liegt wohl auch das Geheimnis der Reines Prochaines.

Passend zum Jubeljahr starten die vier Baslerinnen nun eine Kreativoffensive: neue CD, neue DVD, neues Programm. Das Album «Blut» ist gespickt mit musikalischen Leckerbissen, kuriosen Gedichten und skurrilen Figuren rund um den Lebenssaft. Gewohnt gekonnt und provokativ besingen sie darauf Herzblut, Heissblütigkeit oder gar das letzte Menstruationsblut. Les Reines Prochaines, die sich selbst gerne als professionelle Dilettantinnen bezeichnen, singen in verschiedenen Sprachen, spielen alle mehrere Instrumente und texten ihre eigenen Songs. Sie verstehen sich seit je sowohl als Autorinnenband wie als Kollektiv. «Jede bekommt genug Platz für die eigene Kreativität, aber das Kollektiv macht die Projekte erst richtig spannend», sagt Sus Zwick, die mit ihrer Partnerin Muda Mathis auch als Künstlerduo arbeitet. An den Solothurner Filmtagen hatte der Dokfilm «Alleine denken ist kriminell» von Claudia Wilkes Premiere: Die Regisseurin hat die Performanceband über drei Jahre begleitet – ein Must-have für Fans der ersten Stunde. Für alle anderen: Ein Konzertbesuch von Les Reines Prochaines ist ein Erlebnis der besonderen Art. 

Konzerte:
30. 3. Kellerbühne, St. Gallen,
5. 4. Café Moka, Thun,
27. 4. Reitschule, Bern,
1. 6. Rote Fabrik, Zürich.
CD «Blut» und DVD «Alleine denken ist kriminell» unter
www.lesreinesprochaines.ch 

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