Mit SI online zu Unheilig «Sagen Sie einfach Graf zu mir»

Mit ihrem aktuellen Album «Gross Freiheit» stürmen sie die Hitparade - jetzt kommt die deutsche Band Unheilig in die Schweiz. SI online sprach mit dem Grafen über Sünden und Selbstzweifel und verlost 3 x 2 Tickets fürs Zürcher Konzert am 19. September 2010.
Der Graf von Unheilig kommt im September in die Schweiz.
© Universal Music Der Graf von Unheilig kommt im September in die Schweiz.

SI online: Guten Tag, wie darf ich Sie nennen?
Der Graf: Sagen Sie einfach Graf zu mir.

Verraten Sie mir, wie Sie wirklich heissen?
Nein, ich benutze ein Pseudonym um mein Privatleben komplett aus der Öffentlichkeit rauszuhalten. Über Privates spreche ich gar nicht.

Dafür sind Ihre Texte aber sehr persönlich.
Meine Wünsche und Gedanken fliessen in meine Songs, das stimmt. Das funktioniert aber genau deshalb, weil ich mich immer in mein ganz privates Nest zurückziehen kann.

Ihre Band heisst Unheilig, Sie nennen sich den Grafen – das klingt fast, als ob sie einige Sünden zu beichten hätten.
Eigentlich gar nicht. Alles was ich gemacht habe, würde ich wieder tun. Ich bin ein extrem gläubiger Mensch, für mich gibt es den lieben Gott, ich glaube ans Paradies. Nur mit der Religion an sich kann ich mich nicht identifizieren. Und wenn es nach der Kirche geht, ist halt jeder der seinen Glauben selbst praktiziert automatisch unheilig.

Trotzdem wirkt Ihre Band sehr düster. Hört man dann die Musik, erinnert sie eher an Pop oder Schlager. Wie möchten Sie gern wahrgenommen werden?
Wir sind so ein bisschen von allem. Ich habe mal etwas über uns gelesen, das meiner Meinung nach ganz gut passt: Wenn man unsere Musik mit einer grossen Pizza vergleicht, ist es eine, die alles drauf hat. Alles ist irgendwie lecker, doch es sieht komisch aus. Wenn man dann aber davon probiert, merkt man, dass sie super schmeckt. Ach, eigentlich möchte ich mich einfach nicht festlegen (lacht).

Ist das vielleicht der Grund, warum Unheilig zehn Jahre auf den ersten Nummer-1-Hit warten musste?
Wir haben tatsächlich einen langen weg hinter uns. Vor 10 Jahren haben wir vor 50 – 80 Leuten gespielt, aber am Ende ist es eigentlich nur der normale Weg einer Band. Heute gibt es Castings und man wird über Nacht zum Star, wir haben uns ganz einfach hochgearbeitet und irgendwann immer mehr Plattformen bekommen.

Zum Beispiel im TV mit einem Auftritt «Gute Zeiten, schlechte Zeiten».

Genau, als Künstler muss man sich irgendwann entscheiden, was man alles machen will. Ich habe mit diesem Auftritt kein Problem, meine Musik ist ja für alle Leute. Ich gehe nicht danach, ob jemand nur Schwarz trägt oder aus der Szene kommt.

Haben Sie nie an sich gezweifelt?
Doch natürlich, es gibt immer wieder Momente, in denen man sich hinterfragt. Das passiert aber meistens dann, wenn es einem sowieso nicht so gut geht. Es ist ein Kampf, aber heute bin ich natürlich froh, dass wir nie aufgegeben haben.

SI online verloste 3 x 2 Tickets für das Unheilig-Konzert vom 19. September 2010 in Zürich. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt.

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