Esther Hasler Solo mit Klavier

Vor fünf Jahren gelang Esther Hasler der Durchbruch. Nun tourt die Bernerin mit liechtensteinischen Wurzeln erneut durch die Schweiz. Ihr drittes abendfüllendes Programm heisst «Beflügelt».
Üben, bis es sitzt: Esther Hasler in ihrem Probelokal in der Berner Altstadt.
Üben, bis es sitzt: Esther Hasler in ihrem Probelokal in der Berner Altstadt.

Das Probelokal liegt in einem edlen Keller mit Sandsteingewölbe in der Berner Altstadt. Ein Flügel, einige Klappstühle. Mehr braucht Esther Hasler nicht. Höchstens ein paar Requisiten, wie ein Glas, wenn sie in die Rolle der Gruschenka schlüpft. Die alte Dame ist ihre Adoptivgrossmutter, eine weise Russin, mit viel Lebenserfahrung und Haaren auf den Zähnen.

Wie die Gruschenka bevölkern wiederkehrende Figuren Esther Haslers Programme. Etwa die Frau Friedli, die aus einfachen Verhältnissen stammt und alles besser weiss. Oder die Hannelore aus Deutschland. Auf der Bühne wechselt Esther Hasler nahtlos von einer Figur in die andere. Kein Kostümwechsel, keine neue Schminke sind nötig. Die Veränderung erfolgt mittels Stimme, Mimik, Körperhaltung. Und der Sprache. Mal spricht sie Berndeutsch, dann singt sie auf Hochdeutsch, Französisch oder Englisch. Die Fremdsprachen sind für den Zuschauer durchaus verständlich. Das Multitalent schreibt seine Texte selber, auch die musikalischen Kompositionen stammen von ihr. «Schon als Kind habe ich meine Märchenbücher vertont.» Esther Hasler geht wach durchs Leben.

Mit einem Augenzwinkern und feinem Humor erzählt sie vom Alltäglichen und von Dingen, die sie bewegen. Lange Zeit hat die Künstlerin andere am Klavier begleitet. «Ich dachte, ich bin ein Teamplayer.» Doch dann bot sich 2006 die Gelegenheit, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. «Küss den Frosch!» wurde ein Riesenerfolg, wie auch ihr zweites Solostück «Laus den Affen!». Mit «Beflügelt», einer Koproduktion mit ThiK Baden, schafft die Künstlerin mit dem kupferroten Haar und dem schelmischen Blick eine tierisch-menschliche Trilogie und begibt sich in höhere Sphären. «Einige Chansons wie ‹La Mouche› oder dasjenige über George Clooney sind 2010 während meiner kreativen Auszeit in New York entstanden.» Stipendien der Stadt Bern oder die Förderung durch die Kulturstiftung Liechtenstein haben Esther Hasler Aufenthalte in Frankreich oder Berlin ermöglicht. Die Unterstützung seitens ihres Partners, eines Musikers und Historikers, hat sie beflügelt.

«BEFLÜGELT», La Cappella Bern, 2.–5. 11., 20 Uhr, www.la-cappella.ch;
weitere Tourneedaten bis 11. 5. 2012 auf www.estherhasler.ch

Auch interessant