«Merets Funken» im Kunstmuseum Bern Surrealistische Welten

«MERETS FUNKEN» im Kunstmuseum Bern mixt Meret Oppenheims Werk mit Arbeiten von Schweizer Gegenwartskünstlern.
Geheimnisvolle Traumwelt: Meret Oppenheims «Das Leiden der Genoveva», 1938.
© (c) Kunstmuseum Bern, Schweiz, alle Rechte vorbehalten / (c) Museum of Fine Arts Bern, Switzerland, all rights reserved Geheimnisvolle Traumwelt: Meret Oppenheims «Das Leiden der Genoveva», 1938.

Die «Pelztasse» wurde zur Ikone des Surrealismus – und katapultierte ihre Schöpferin, die damals 23-jährige Meret Oppenheim (1913–1985) auf einen Schlag in den Kunsthimmel.

Bis heute wirkt das Werk der Grande Dame des Surrealismus nach. Mit der Ausstellung «Merets Funken» widmet das Kunstmuseum Bern der grossen Schweizer Künstlerin, die nächstes Jahr ihren hundertsten Geburtstag feiern könnte, eine frühzeitige Hommage. Kuratorin Kathleen Bühler lud fünf Schweizer Kunstschaffende ein, sich mit dem Werk Oppenheims auseinanderzusetzen, und stellt die verschiedenen Positionen in einen Dialog zueinander. Auch wenn die berühmte Pelztasse nicht ausgestellt ist – sie geistert doch irgendwie durch die Schau. Vidya Gastaldon, 38, erweist ihr mit einer Teekränzchen-Installation ihre Reverenz: Statt mit Pelz bedeckt, ist das Teegeschirr jedoch mit fletschenden Gebissen oder glotzenden Augen verziert. Francisco Sierra, 35, hängt einen riesigen, pelzbesetzten Armreif in den Raum, an dem kleinere Werke Meret Oppenheims befestigt sind, die ihrerseits die Pelztasse thematisieren. Liebenswert skurril: Sierras realistisch in Öl gemalte «Würmlibilder» und Oppenheims Insektenpicknick. Sehr spannend: die Dunkelkammer von Elisabeth Llach, 42. In grossen Schaukästen, nur durch Gucklöcher einsehbar, kreiert sie eine geheimnisvolle, surreal anmutende Welt. Neben eindrücklichen Bohrorgel-Bildern hat Maya Bringolf, 43, auch eine Installation aus Lüftungsrohren und Orgelpfeifen geschaffen, die die Schau mit eigenartigem Brummen beschallt. Den Abschluss bildet das etwas befremdende Figuren(grusel)kabinett von Tatjana Gerhard, 38. 

Kunstmuseum Bern
Bis 10. 2. 2013, Di 10–21, Mi–So 10–17 Uhr
Tel. 031 328 09 44
www.kunstmuseumbern.ch

 

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