Textilienparadies Abegg-Stiftung Textilien wie aus 1001 Nacht

Ein hauchdünnes, weisses Leinentuch mit einer von aufwendigen, beidseitigen Seidenstickereien umwirkten Bordüre ist eines der vielen Prunkstücke der neuen Sonderausstellung in der Stiftung Abegg.
Textilien wie aus 1001 Nacht
Textilien wie aus 1001 Nacht

Wilde Jagdszenen aus verschiedenen Erdteilen, verbunden mit verschlungenen Blumenmotiven, zieren das vermutlich als Tischtuch verwendete Stück (Bild). Die wertvolle Stickerei aus dem 17. Jahrhundert wurde in Mitteleuropa gefertigt und gehörte einst dem Schweizer Textilindustriellen Leopold Iklé (1838–1922). Heute besitzt es die weltweit angesehene Abegg-Stiftung, die in der Schau Sammlerfreuden Kunstobjekte und Textilien aus historischen Privatsammlungen zeigt.

Von fein ziselierten Goldschmiedearbeiten über kostbar gewirkte Sonntagsgewänder und geistliche Ornate bis hin zu spätantiken Wirkereien – die Sammellust bedeutender europäischer Kunstsammler wie Albert Figdor, Baron Edmond de Rothschild und Alfred Pringsheim scheint keine Grenzen zu kennen. Prachtvolle Gewebe aus dem osmanischen Reich faszinieren ebenso wie die vergoldeten, kunstvoll gravierten Silbergefässe aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Kuratorin Anna Jolly: «Es ist die grösste Gruppe ehemals Pringsheim’scher Goldschmiedewerke, die heute in einer Sammlung erhalten sind.»

Die Abegg-Stiftung im bernischen Riggisberg besitzt nicht nur eine anerkannte Textilsammlung. Sie ist auch Ausbildungsstätte für Textilrestauratorinnen und gehört zu den ersten Adressen, wenn es um die Wiederherstellung und Rettung von Textilien geht. Wer sich ein Bild von den Stiftungsgründern machen möchte, gewinnt bei einer Tour durch die neben dem Museum gelegene Villa einen Einblick in das Leben des Sammlerpaars. Das beeindruckende Interieur lässt erahnen, wie ausgeprägt ihre Leidenschaft war.

Abegg-Stiftung, Riggisberg BE
Bis 10. 11., Museum täglich 14–17.30 Uhr, Villa Abegg: Tel. 031 808 12 01;
www.abegg-stiftung.ch

 

 

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