Alex Katz in Zürich Verdichtete Wirklichkeit

Alex Katz zeigt im Haus Konstruktiv Arbeiten von 1949 bis heute. Es ist seine erste Solo-Schau in einem Schweizer Museum.
Mystisch «Sonnenuntergang 2», 2008, gemalt im Alter von 80 Jahren.
Mystisch «Sonnenuntergang 2», 2008, gemalt im Alter von 80 Jahren.

Das Bild ist riesig. Magisch zieht es den Blick des Betrachters an. Dunkel der Stamm, dunkel die tellergrossen, wie Vögel herumflatternden Blätter. Im Hintergrund starkes oranges Licht: «Sonnenuntergang 2» (2008) nennt der New Yorker Alex Katz, 85, sein Gemälde mit den Massen 274,3 × 213,4 cm. Es ist Teil einer Serie von Sonnenuntergängen, die den Maler längere Zeit beschäftigt haben.

Alex Katz malt gern in Serien: Landschaften, Meeresbilder, urbane Welten, Porträts. Das gleiche Sujet aus verschiedenen Blickwinkeln reizt den Amerikaner mit russisch-jüdischen Wurzeln: ein anderer Ausschnitt oder mehr Farbe, ein Riesenformat oder was ganz Kleines. Variationen zum gleichen Thema, wie in der Musik.

Alex Katz ist einer der profiliertesten amerikanischen Künster der letzten 50 Jahre. Sein Malstil zählt zur Post-Abstraktion, seine Werke stellen eine Verdichtung der Wirklichkeit dar. «Ich male noch jeden Tag», verrät der Altmeister, der sich sichtlich über die Hängung im Museum freut. «Landscapes» ist übrigens die erste Einzelschau des Amerikaners in der Schweiz und zeigt 39 Exponate, von Monumentalwerken bis hin zu den kleinsten Collagen. Die meisten Arbeiten wurden schon lange nicht mehr gezeigt, zum Teil sogar noch nie.

Alex Katz arbeitet vor Ort und nicht nach Fotografien. Die entstandenen Skizzen werden später im Atelier auf Leinwand gebannt und zu poetischen Erzählungen verdichtet. Auf visuelle Höhenflüge kann man sich in der Ausstellung freuen. KATI MOSER

Museum Haus Konstruktiv Zürich
Bis 12. 5. Di 11–17, Mi 11–20, Do–Sa 11–17 Uhr
Tel. 044 217 70 80
www.hauskonstruktiv.ch
Katalog CHF 49.–

Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne
Bis 9. 6. «Alex Katz & Félix Vallotton»
www.mcba.ch

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