Andreas Seibert in der Fotostiftung Winterthur Verdreckte Lebensader

Der Fotograf Andreas Seibert führt uns mit seinen Arbeiten die Folgen der GLOBALISIERUNG für Mensch und Natur vor Augen.
Der Fotograf Andreas Seibert in seiner Ausstellung in der Fotostiftung Winterthur.
Der Fotograf Andreas Seibert in seiner Ausstellung in der Fotostiftung Winterthur.

Schönheit und Grauen liegen nah beieinander: Auf einem Bett von schillerndem Türkis, Blau und Violett spriessen grüne Wasserpflanzen. Was an Farben- und Formenvielfalt auf dem Bild fasziniert, ist in Realität eine Umweltkatastrophe: Giftige Abwässer und Ölverschmutzung überziehen den Fluss Huai He mit einem trügerischen Film und verseuchen alles. Das Leben im, aber auch am Fluss ist gefährlich schön.

Bereits 2008 hat Andreas Seibert, 42, mit einer Reportage über Wanderarbeiter in China ein brisantes Thema aufgegriffen. Für seine aktuelle Arbeit «Huai He – Alles im Fluss» war der in Tokio lebende Fotograf über ein Jahr unterwegs, folgte dem 1000 Kilometer langen Huai He quer durch China. Und porträtierte Mensch und Natur entlang eines der meistverschmutzten Ströme der Welt. «Es beelendet mich, wie Firmen aus Profitgier das Leben der Bauern aufs Spiel setzen», sagt Seibert. Mit einer vertrauenserweckend altmodischen Faltkamera ausgerüstet und einem Übersetzer an seiner Seite traf der Fotograf immer wieder auf Menschen am Fluss, die trotz tödlichen Krankheiten und teils unerträglichen Lebensbedingungen ihrem Dasein eine gute Seite abtrotzen. Tipp: Die Fotostiftung zeigt den Dokumentar-film über Andreas Seiberts «From Somewhere to Nowhere – Wanderarbeiter in China» (5. 12, 19.30 Uhr). 

Fotostiftung Winterthur
Bis 3. 3. 2013, Di–So 11–18, Mi 11–20 Uhr
(24., 25., 31. 12. und 1. 1. 2013 geschlossen),
26. 12. und 2. 1. 2013, 11–18 Uhr, Tel. 052 234 10 30,
www.fotostiftung.ch, Publ. CHF 48.–

 

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