Wiedereröffnung China-Abteilung Museum Rietberg Viel Neues im Reich der Mitte

Mit der Dauerleihgabe der Meiyintang Collection konnte das Museum Rietberg seine China-Sammlung erweitern. Ein Quantensprung.
Kostbarkeiten aus verschiedenen

Jahrhunderten: drei Tänzerinnen (2. Jh. v. Chr.)
Kostbarkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten: drei Tänzerinnen (2. Jh. v. Chr.)

Sie sind knapp 60 Zentimeter gross, über 2000 Jahre alt und jetzt schon die Diven der grossen Meiyintang-Ausstellung: die drei Tänzerinnen aus Shaanxi, Henan, westliche Han-Dynastie. Ihre wohlproportionierte Gestalt ist jedoch nicht zur Freude der Lebenden erschaffen worden. Die drei Grazien sind Grabbeigaben wie zahlreiche Kunstwerke der damaligen Zeit auch.

Die bereits ansehnliche China-Abteilung des Museums Rietberg in Zürich wurde nach dem Umbau und der Dauerleihgabe der Meiyintang-Sammlung in die höchste Liga katapultiert und zählt nun – zusammen mit den Beständen aus den Sammlungen von der Heydt, Drenowatz und Uldry – zu den international ersten Adressen für chinesische Kunst.

Die Brüder Gilbert und Stephen Zuellig haben durch ihr Leben und ihre Geschäftstätigkeit im Fernen Osten während fünf Jahrzehnten eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen chinesischer Keramik zusammengetragen. Gilbert Zuellig spezialisierte sich auf frühe Keramikobjekte, das heisst vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis 1279. Sein Bruder sammelte Porzellan der späteren Dynastien. Nach dem Tod von Gilbert Zuellig (1918–2009) überführte dessen Familie seine Sammlung in die Meiyintang Stiftung.

Gilbert Zuellig kaufte mit Kopf und Herz. Seine Aufmerksamkeit galt auch den kleinsten Keramikstücken, vorausgesetzt, dass die Qualität stimmte. 1500 wertvolle Objekte gehören der Meiyintang-Sammlung an, 600 davon sind jetzt in der grossen Dauerausstellung des Museums – zusammen mit 200 der eigenen Sammlung – zu sehen. Darunter auch etliche buddhistische Figuren und Figurenbilder. Die kostbaren Keramiken werden in raumhohen Vitrinen präsentiert, die mit eigens für die Ausstellung entwickelten neuartigen LED-Tablaren versehen sind: Der glanzvolle Auftritt der Objekte verpasst seine Wirkung nicht.

Museum Rietberg Zürich
Di–So 10–17, Mi/Do 10–20 Uhr
freier Eintritt das ganze Jahr
Tel. 044 206 31 31
www.rietberg.ch

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