«Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen» Wenn ein Eissturm die Herzen schmelzen lässt

Pierre Szalowski hat einen unbeschwert tiefgründigen Roman über Verlust, Trennung und Sehnsucht geschrieben.
Wenn ein Eissturm die Herzen schmelzen lässt
Wenn ein Eissturm die Herzen schmelzen lässt

Donnerstag, 25. Dezember 1997. Irgendwo in Montreal: «Jedes Jahr besteht Papa darauf, dass ich mich erst blicken lasse, wenn der Weihnachtsmann da gewesen ist. Dabei bin ich schon elf und weiss seit fünf Jahren, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Dass es fünf sind, ist geheim; meine Eltern glauben, es seien vier.»

Aber auch die Eltern des Protagonisten (dessen Namen der Leser nie erfährt) haben ein Geheimnis. Sie verbergen ihrem Sohn über die Festtage, dass sie sich trennen wollen. Als sie ihn schliesslich mit der Wahrheit konfrontieren, bricht für ihn eine Welt zusammen. Und er fleht den Himmel um Hilfe an.

Die kommt bereits wenige Stunden später: Montreal wird vom schlimmsten Eissturm heimgesucht, den die Stadt seit 1961 erlebt hat. Das hindert den Vater zwar nicht daran, auszuziehen, aber er kehrt wieder zurück. Mit zwei gebrochenen Armen. Auch der russische Nachbar Boris Bogdanov kämpft gegen die Naturgewalten. Er sieht seine Doktorarbeit wegen Stromausfalls gefährdet. Untersucht er doch die Bahnen seiner Fische, die sie im 33 Grad warmen Aquarium ziehen. Da erscheint ihm als Geschenk des Himmels seine Nachbarin Julie, die ihm und seinen schwimmenden Studienobjekten in ihrem Badezimmer Asyl gewährt.

Dass sie Nachtclubtänzerin ist, weiss Boris nicht. Das chaotische Wetter lässt Wunder geschehen. So müssen der Meteo-Sprecher Michel und der Psychoanalytiker Simon nach jahrelangem Versteckspiel ihr Outing geben, als sie Alex und seinen arbeitslosen Vater bei sich aufnehmen.

Der Kanadier Pierre Szalowski hat mit seinem menschlichen Romandebüt den renommierten Grand Prix de la Rélève litteréraire Archambault gewonnen. Ein Buch, das perfekt in die Weihnachtszeit passt.

Macht das Buch unwiderstehlich:

  • Die Leichtigkeit, mit der der Autor zwischenmenschliche Probleme angeht.
  • Die von tragikomisch bis skurril gezeichneten Charaktere der Romanfiguren.
  • Der motivierende Schlusssatz: «Schön soll das Leben sein, schön!»

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«Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen», C. Bertelsmann

 

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