The Private Lives of Pippa Lee (USA) Wie war das noch, bevor wir heirateten?

Eine gepflegte Hausfrau blickt auf ihr unkonventionelles Leben zurück. Und will nochmals ausbrechen.
Ungleiches Paar: Die junge Pippa (Blake Lively) verliebt sich in den Verleger Lee (Alan Arkin).
© Frenetic Films Ungleiches Paar: Die junge Pippa (Blake Lively) verliebt sich in den Verleger Lee (Alan Arkin).

Sie lebte in der New Yorker Kulturschickeria, jetzt zieht sie mit ihrem Mann, einem erfolgreichen Verleger, in eine Alterssiedlung. Für eine solche Veränderung ist Pippa Lee (Robin Wright Penn) aber definitiv zu jung.

Im Innern der scheinbar perfekten Hausfrau brodelt es gewaltig. Das merkt man spätestens, als Pippa mitten in der Nacht leicht bekleidet im Laden auftaucht, wo der Sohn der Nachbarin (Keanu Reeves) arbeitet. Der nächtliche Ausflug kann zwar als Schlafwandeln betrachtet werden, aber der Fall ist eigentlich klar: Pippa will raus aus der Ehe.

«The Private Lives of Pippa Lee» erzählt in Rückblenden das Leben einer Frau mit zwei Kindern, die an der Seite einer tablettensüchtigen, extravaganten Mutter aufwuchs, als Teenagerin planlos durchs Leben wandelte und sehr früh den viel älteren Verleger – hervorragend gespielt übrigens von Alan Arkin – heiratete.

Aus dem unbedarften Mädchen wird schnell eine abgeklärte fürsorgliche Ehefrau, die ihrem Mann den Rücken stärkt, mit dem Sohn blendend auskommt und mit der Tochter Mühe bekundet. Jetzt, nach dem Umzug ins gesellschaftliche Niemandsland, merkt sie, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. In der Folge überstürzen sich die Ereignisse.

Regisseurin des Filmes ist Rebecca Miller, die Tochter des legendären US-Schriftstellers Arthur Miller. Das Talent fürs Schreiben hat sie offenbar vom Vater geerbt: Das Drehbuch ist gut aufgebaut, die Dialoge sind pointiert und unterhaltsam. Gut getroffen auch die Besetzung mit Robin Wright Penn in der Hauptrolle. Ebenso die Wahl von Alan Arkin, Keanu Reeves und der Newcomerin Blake Lively als junge Pippa Lee. Der Film ähnelt einem amerikanischen Sittengemälde. Allerdings ist sein Schluss etwas zu hastig abgehandelt.

 Das sind die Vorzüge des Films

  • Die Geschichte ist zügig erzählt und trotz den Zeitebenen übersichtlich.
  • Keanu Reeves ist in einer ironischen Nebenrolle wie so oft sehenswert.
  • Der Film reiht sich in die Tradition des starken US-Independent-Kinos ein.
  • Bewertung: * * * * *

    Länge: 98 Min. Regisseur: R. Miller, Darsteller: Robin Wright Penn, Alan Arkin, Keanu Reeves. Im Kino.
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