«Wild Tales» (ARG) Wehe, wenn sie losgelassen!

Wild Tales
© HO

Ob in der Küche, im Auto oder an der Hochzeit – der Wahnsinn lauert überall.

Die Geschichte Was passiert, wenn Menschen die Kontrolle verlieren und den schmalen Grat zwischen Zivilisation und Barbarei für einmal überschreiten? In Argentinien gibts dazu täglich Gelegenheit, wie der aus sechs Episoden bestehende Film veranschaulicht. Eine Kellnerin erkennt in einem Gast den Mann, der ihre Familie skrupellos ins Elend gestürzt hat – nutzt sie diese Möglichkeit, sich zu rächen? Oder lässt sie es bleiben? Wieso soll ein Familienvater, der unwissentlich falsch parkiert hat, eine horrende Strafe zahlen, obwohl er offensichtlich nicht im Unrecht ist? Der Verrat eines Liebenden, die Konfrontation mit der Vergangenheit und die Gewalt, die sich in alltäglichen Begegnungen plötzlich entlädt, treibt die Figuren zur Raserei.

Die Schauspieler Bei uns bekannt ist Ricardo Darín aus «El secreto de sus ojos», der 2010 den Oscar für den besten ausländischen Film erhielt.

Das Besondere Die Episode, in der sich zwei Autofahrer in der Einöde nur wegen eines lächerlichen Überholmanövers bis aufs Blut bekämpfen, ist verstörend gut.

Der Regisseur Damián Szifrón, 39, gehört zu den erfolgreichsten Fernsehregisseuren Argentiniens. Mit «Wild Tales» ist ihm ein erstaunlicher Film gelungen. Kritisch, aber humorvoll weist er auf Missstände, Korruption, Willkür und Ungleichheit hin.

Das Fazit Eine schwarze Komödie, bei der den Zuschauern das Lachen mehr als einmal im Halse stecken bleibt. 

Bewertung ***
Länge 122 Min.
Regie Damián Szifrón
Kinostart 8. 2.

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