«A Separation» (Iran) Zwischen Schuld und Wahrheit

Simin möchte mit ihrem Mann Nader und ihrer Tochter Termeh den Iran verlassen. Sie erhofft sich im Ausland eine bessere Zukunft. Das Visum für die USA läuft bald ab, doch Nader will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht alleine zurücklassen.

Schwerer Entscheid: Nader will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht in der Heimat zurücklassen.
© Paul Seewer Schwerer Entscheid: Nader will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht in der Heimat zurücklassen.

Darauf verlässt Simin die gemeinsame Wohnung, zieht zu ihren Eltern und reicht die Scheidung ein. Nader stellt die verheiratete, sehr gläubige Razieh ein, sie soll den kranken Alten pflegen. Razieh verschweigt ihrem gewalttätigen Mann den Job, und als sie durch einen Unfall ihr ungeborenes Baby verliert, bricht ein bedrohlicher Streit zwischen den beiden Männern aus.

Die Stars: Hammerstarke Frauenfiguren, ebenso die beiden männlichen Darsteller.

Der Regisseur: Der Iraner Asghar Farhadi präsentiert einen hochspannenden Film, dem ein relativ einfacher Plot zugrunde liegt. Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich das Ganze zu einer hochkomplexen Geschichte: Zur fast banalen juristischen Schuld treten eine moralische und religiöse hinzu.

Da staunt man: Als Razieh das erste Mal Naders Vater pflegt, ruft sie beim Imam an, um zu erfahren, ob sie einen hilfsbedürftigen alten Mann waschen darf.

Das Fazit: Fesselndes Drama, das uns einen faszinierenden Einblick in die iranische Gesellschaft gewährt. Gewinner des Goldenen Bären an der diesjährigen Berlinale. 

Bewertung: * * * * * 
Länge: 123 Min.
Regie: Asghar Farhadi
Kinostart: 8.9.

 

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