Infiniti M Luxus undercover

Wer in der Oberklasse als ein Neuling gegen die Etablierten antritt, hat es hierzulande sehr schwer. Dabei beweist der Businessgleiter M von Infiniti ganz ebenbürtige Qualitäten.
Nummer 4: Nach zwei SUV namens EX und FX und dem BMW-3er-Konkurrenten G ist der M die vierte Baureihe von Infiniti.
Nummer 4: Nach zwei SUV namens EX und FX und dem BMW-3er-Konkurrenten G ist der M die vierte Baureihe von Infiniti.

Von wegen progressiv: Bei der Wahl ihrer Automarke sind die Europäer konservativer als die viel gescholtenen Amerikaner. In den USA gelten Toyota-Nobeltochter Lexus und Nissans Edelmarke Infiniti bereits seit 1989 als etablierte Luxuslabels und werben dort auf Augenhöhe mit Audi, BMW, Mercedes und Co. um Kunden. In Europa aber ringt Lexus auch nach zwei Jahrzehnten noch um das Prestige auf dem Niveau der Traditionsmarken. So dürfte es wohl auch Infiniti, erst vor zwei Jahren in Europa gestartet, schwer haben – allen Qualitäten der Autos zum Trotz. Der neue M etwa bringt objektiv alles mit, was eine Oberklasselimousine braucht.

Das Styling ist chic und schafft quer durch die Palette der Marke Familienidentität – das mögen Europäer. Uns besonders gefallen hat das Interieur. Alles sieht hochwertig aus und fasst sich edel an. Die Sitze sind exzellent, die Details geschmackvoll; dazu gibt es Hightech wie Abstandsradar oder Totwinkelwarner. In Sachen Platz bietet der Fond etwas weniger Luft über dem Scheitel als mancher Konkurrent, aber dennoch mehr als genug. Der sympathisch röhrende, seidig-drehfreudige V6-Benziner aus dem Nissan 370Z beeindruckt mit Souveränität bei etwas zu hohem Verbrauch. Deshalb scheint der bärenstarke und sehr kultivierte V6-Diesel die bessere Wahl. Zum feinen Automaten und dem ausgewogenen Fahrwerk passen beide.

Wer es braucht, greift zum S mit Sportfahrwerk und schärft zudem mit einem Griff das Verstellfahrwerk samt Lenkung und Antrieb. So lässt es sich dynamisch durch Kurven flitzen. Allerdings poltert die 4,95 Meter lange Limousine dann eher unstandesgemäss. Besser macht sich daher der komfortbetonte GT: So wird der M zum souveränen Businessgleiter für stets entspanntes Ankommen.

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