Roger Schawinski «Meine Gäste dürfen kommen, wie sie wollen»

Wo alles begann: Roger Schawinski, 66, kehrt mit einer Talksendung zum Schweizer Fernsehen zurück und spricht mit der «Schweizer Illustrierte» über seinen eigenen Stil, Krawatten und seine Gäste.
In diesem SF-Studio talkt Roger Schawinski ab kommendem Montag jeweils um 22.55 Uhr auf SF 1 mit einem Gast aus Wirtschaft oder Politik.
© SRF In diesem SF-Studio talkt Roger Schawinski ab kommendem Montag jeweils um 22.55 Uhr auf SF 1 mit einem Gast aus Wirtschaft oder Politik.

Schweizer Illustrierte: Herr Schawinski, schönes Dekor für Ihre neue Talksendung.
Roger Schawinski: Danke. Haben Sie gesehen, der Tisch und die runde Bank darum herum sehen von oben aus wie ein On-off-Schalter, wie der Power-Knopf.

Ab 22. August bitten Sie einmal pro Woche einen Gast auf diese Bank. Was dürfen die Zuschauer von «Schawinski» erwarten?
Power. Deshalb auch der Schalter im Dekor.

Und keine Rückenlehne für Ihre Gäste.
Genau! Bei mir soll keiner im Sofa versinken können.

Sie kehren nach 34 Jahren zum Schweizer Fernsehen, das Sie jahrelang kritisiert haben, zurück. Haben Sie sich mit den Regeln unseres Staatsfernsehens wieder angefreundet?
Es gibt keine besonderen Regeln. Wenn man mich holt, weiss man, dass ich meinen eigenen Stil mitbringe.

Heisst das, Sie werden Ihre Gäste in «Schawinski» duzen?
Das kommt auf den Gast an. Wenn ich ihn oder sie seit Jahren kenne, dann ja. Ich will nicht «theäterle». Es ist doch ehrlicher, am Anfang offenzulegen, dass man sich schon lange kennt. Anders kann ein natürliches Gespräch gar nicht entstehen.

Zu Ihrem Talk «Doppelpunkt» auf Radio 1 haben Sie seit Jahresbeginn 27 Gäste begrüsst. Davon nur zwei Frauen. Sind Sie im Schweizer Fernsehen frauenfreundlicher?
Wer weiss, vielleicht ist sogar gleich mein erster Gast weiblich. Das aktuelle Geschehen aus Wirtschaft und Politik bestimmt, wen wir einladen.

Und der Bekanntheitsgrad, nehme ich an.
Nicht in erster Linie. In meiner Sendung will ich spannende Menschen, die etwas von sich preisgeben. Persönlichkeiten, die sich öffnen – was sie per se sympathischer macht. Es gibt Leute, die waren zwanzig Mal in der «Arena», aber man weiss immer noch nicht, wer sie sind.

Binden Sie sich für Ihre Gäste eine Krawatte um?
Krawatten sind für mich etwas Störendes, Überflüssiges und Antiquiertes. Ich trage keine, meine Gäste dürfen kommen, wie sie wollen.

On-off – eigentlich ist Ihr Dekor sehr gewagt. Was, wenn es viele zum Ausschalten bewegt?
An so etwas denke ich gar nicht. Meine Sendung kommt ja nicht in der Primetime, sondern montags um 22.55 Uhr. Mit dem Wirtschaftsmagazin «Eco» haben wir einen idealen Vorlauf für ein selektives, interessiertes Publikum.

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