SCHON GEFAHREN LEXUS GS Meister der Homöopathie

Mit dem neuen GS will Lexus nun endlich der Statistenrolle bei den Oberklasselimousinen entkommen. Dazu wird der noble Viertürer schneidiger und punktet als Hybrid mit Power.
Entschlossener Blick

Der neue Lexus GS ist klar dynamischer gezeichnet und wirkt dadurch deutlich jünger als zuvor.
Entschlossener Blick Der neue Lexus GS ist klar dynamischer gezeichnet und wirkt dadurch deutlich jünger als zuvor.

Ein etwas zu exotisch klingender Name kann auf der Jobsuche oft für einen langen Leidensweg sorgen. In der Autowelt erlebt das die Toyota-Edeltochter Lexus beim GS: Wer gegen etablierte Namen wie Audi, BMW oder Mercedes antritt, der bleibt in der Oberklasse hierzulande glücklos. In Ländern ohne Standesdünkel, etwa den USA, sehr erfolgreich, erntete der bisherige GS bei uns viel Anerkennung, aber homöopathisch dosierte Absatzzahlen: Kümmerliche 30 Verkäufe waren es im letzten Jahr. Die vierte Generation soll nun immerhin 150 bis 200 Kunden im Jahr finden. Selbstbewusst und klar verjüngt wirkt der Hecktriebler künftig. «Jetzt muss man auf der Überholspur nicht mehr lichthupen, es machen nun alle von allein Platz», sagt uns Chefentwickler Koji Sato schmunzelnd. Selbst eine Sportversion mit mehr Spoilerwerk (wie auf unseren Bildern) gibt es – und innen perfektes Verwöhnaroma. Dazu Assistenzsysteme bis zu Abstandsradar und Allradlenkung (im «F Sport»). Und Platz satt: Der Akku knabberte bisher in der Hybridversion am Laderaum. Nun hat das Gepäck so viel Freiheit wie die Insassen im Fond. Unterwegs zeigt der GS 450h mit 345 PS seidige Manieren bei gleitender und mächtige Muskeln bei flotter Fahrt. Die bärenstarke Kombination aus dem V6-Benziner und dem E-Motor röhrt bei Vollgas sogar aufregend, flüstert jedoch bei sanftem Gasfuss vier Kilometer weit elektrisch dahin und soll laut Lexus nur gut sechs Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Das stempelt den CHF 83 400.– teuren Hybriden zu unserem Favoriten. Aber schon die im Herbst noch nachfolgende Basis GS 250 mit 209 PS starkem V6- Motor überzeugt. Beiden gemein ist ein feines Fahrwerk, das, auch dank fünf Fahrmodi zur Wahl, zwar kurvenfreudig, aber im Kern auf exzellenten Komfort getrimmt ist. 

LEXUS GS

Motoren Benziner, 209 PS, und Benzin-Elektro-Hybrid, 345 PS
0 bis 100 km/h 8,6 und 5,9 s
Spitze 230 und 250 km/h
Verbrauch 8,9 und 5,9 l/100 km
CO2-Ausstoss 207 und 137 g/km
Energieeffizienz G und B
Verkauf ab sofort
Preis ab CHF 69 900.–
Konkurrenten Audi A6, BMW 5er, Infiniti M, Jaguar XF, Lancia Thema, Mercedes E-Klasse, Volvo S80, u. a.
Unser Urteil Der GS beweist einmal mehr, dass Lexus auf Augenhöhe mit etablierten Konkurrenten fährt. Qualität, Platz und Fahrwerk sind exzellent. Der Hybrid ist Sport- und Sparwagen in einem und der Preis (samt drei Jahren bzw. 100 000 Kilometer Gratisservice) dank viel Ausstattung relativ günstig. Das sollte, fehlendes Prestige hin oder her, zu einem Achtungserfolg reichen.

 

 

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