Ursula Knecht «Models entsprechen nicht der Norm»

Die Inhaberin von Option Model entdeckte schon Julia Saner. Jetzt spricht Ursula Knecht über die Elite-Model-Look-Gewinnerin Larissa Kirchhofer, die sich mit Magersuchtsvorwürfen konfrontiert sieht.

Schweizer Illustrierte: Frau Knecht, weshalb hat Larissa Kirchhofer am Elite Model Look Schweiz gesiegt?
Ursula Knecht: Sie hat am Schluss mit ihrer Gesamterscheinung überzeugt. Sie verfügt über die ideale Grösse, hat ein sehr fotogenes Gesicht, eine irrsinnige Haarpracht und sehr lange Beine.

Die vor allem sehr dünn sind.
Das stimmt. Doch diesen Körperbau hat sie in die Wiege gelegt bekommen.

Jemand, der nicht im Modelbusiness tätig ist, fragt sich doch: Ist das noch gesund?
Larissa ist gesund. Ein magersüchtiges Mädchen erkenne ich sofort und lehne es ab.

Wie erkennen Sie das?
Die Haut ist fahl und nicht durchblutet, das Haar ohne Glanz und Volumen, zudem wirken die Augen leer. Wir suchen gesunde Models, denn sonst könnten sie diese Arbeit nicht machen. Das stundenlange Stehen, das ständige Fliegen und die Fotoshootings sind sehr anstrengend.

Ist Larissas Look das Schönheitsideal?

Nicht vom Volk, aber vom Modelbusiness. Das ist ein Spezialgebiet, ein anderer Planet. Models entsprechen nicht der Norm, deshalb sucht man auch weltweit nach ihnen, weil wenige diesen feingliedrigen Körperbau von Natur aus besitzen. Bei Rennfahrern oder Jockeys sucht man auch gezielt nach kleinen Männern. Oder im Kunstturnen nach kleinen Frauen.

Wie geht es jetzt mit Larissa weiter?
Wir hoffen auf eine gute Platzierung im Weltfinale. Sicher wird sie in der Schweiz Aufträge entgegennehmen und vermutlich im Januar richtig einsteigen. Aber das genaue Vorgehen bespreche ich noch mit Larissa und ihren Eltern.

Wieso mit den Eltern?
In diesem Alter ist es wichtig, dass sie hinter ihrem  Kind stehen und es unterstützen. Das ist meine Voraussetzung, denn ohne Unterstützung packt es ein junges Model nicht.

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