Igor Ustinov Nachgefragt

Der Sohn von Schauspieler Sir Peter Ustinov ist selbst ein Künstler. Seit vergangener Woche stellt Bildhauer Igor Ustinov, 55, im Garten des Zürcher «Baur au Lac» seine Werke aus.
Künstler Igor Ustinov zeigt seine Skulpturen bei der 8. Ausgabe von «Art in the Park». Den Schalk hat er von seinem Vater geerbt.
© Hervée Le Cunff Künstler Igor Ustinov zeigt seine Skulpturen bei der 8. Ausgabe von «Art in the Park». Den Schalk hat er von seinem Vater geerbt.

Herr Ustinov, sind Ihre Figuren wasserfest?
Natürlich, sie sind ja aus Bronze gefertigt, einem sehr klassischen Material. Sie werden dem Wetter schon trotzen.

Was kostet ein «echter» Ustinov?
Die billigste Skulptur ist für 20 000 Franken zu haben, gegen oben gibt es keine Grenze. Mit 30 habe ich in Paris eine sehr grosse Skulptur gemacht. Die habe ich damals für 900 000 Franken verkauft.

Das ist ziemlich viel. Zahlt man den Namen mit?
Ach wissen Sie, ich glaube nicht, dass man die Kaufentscheidung wegen eines Namens fällt. Als ich jung war, habe ich meine Figuren für wesentlich weniger Geld verkauft. Wie jeder andere Künstler auch, der gerade anfängt. Mittlerweile finde ich aber, dass meine Kunst ihren Preis wert ist. Man bekommt etwas für sein Geld und tätigt eine Investition.

Die Leute sprechen Sie immer wieder auf Ihren Vater an. Stört Sie das?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin sehr stolz auf meinen Vater. Er hat mir viel von seiner Lebenseinstellung und seinem Humor mit auf den Weg gegeben. Er war sogar fast mehr Freund als Vater.

Sie haben Ihrem Vater bei seinem Tod die Hand gehalten.
Das war hart und trotzdem: In diesem Moment war es selbstverständlich für mich. Schliesslich hat er auch bei meiner Geburt meine Hand gehalten. Ich sehe es als Privileg, in solch einem Moment bei einem geliebten Menschen zu sein.

In Ihrer Familie gab es in zwei Generationen über 50 Künstler. Sind alle so erfolgreich?
Es gibt sogar noch mehr. Auf einer Reise durch Australien ist mein Vater seinen entfernten Cousins begegnet. Auch die sind Künstler. Nur gehören sie nicht zu den glücklichen fünfzig, die Erfolg hatten und im Rampenlicht standen.

Hat Ihre Tochter Ihr Talent geerbt?
Ich glaube schon, aber sie hat sich für einen Master in Museumswissenschaft und Kulturmanagement entschieden und arbeitet in Paris für eine bekannte Galerie. Sie hat auch diese Ausstellung in Zürich für mich organisiert. Und für mich sind Menschen, die sich der Kunst verschrieben haben, alle eine Art Künstler.

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