Matthias Aebischer Nachgefragt

TV-Moderator Matthias Aebischer, 43, kandidiert auf der SP-Liste für den Nationalrat. Seinen Job beim Schweizer Fernsehen kündigt der Familienvater im Februar.
Seitenwechsel: TV-Moderator Matthias Aebischer
© SRF Seitenwechsel: TV-Moderator Matthias Aebischer

Schweizer Illustrierte: Herr Aebischer, warum zieht es Sie in die Politik?
Matthias Aebischer: Nach zwanzig Jahren als TV-Moderator habe ich mich gefragt: Gibts noch etwas anderes in meinem Berufsleben? Meine Frau hätte sich gut vorstellen können, dass ich beim Fernsehen bleibe. Ich komme aber aus einer sozialdemokratischen Familie, meine Eltern waren politisch sehr aktiv. Dadurch wurden auch wir Kinder politisiert. Als Journalist konnte ich nicht aktiv politisieren. Jetzt bietet sich die Chance bei der SP Bern.

Seit wann sind Sie Parteimitglied?
Erst seit ein paar Tagen. Als «Club»-Moderator konnte ich es mir nicht leisten, in einer Partei zu sein.

Viele Politiker absolvieren die klassische Ochsentour: Partei, Gemeinde, Kanton. Sie sind Quereinsteiger – und bekannt. Das schafft Neider!
Das ist möglich. Bekannte Leute können jedoch die SP-Ideen unter die Leute bringen. Das hilft der ganzen Partei.

Nun sehen wir Sie künftig in der ersten Reihe der «Arena»?
Kaum. Die «Arena» lädt im Wahlkampf wohl nicht ausgerechnet mich ein.

Was sagen Sie zum neuen Parteiprogramm der SP?
Die Beschlüsse am Parteitag in Lausanne kamen demokratisch zustande. Es ist nicht an mir als Quereinsteiger, sie nachträglich zu kritisieren.

Wofür stehen Sie denn ein? EU-Beitritt?
Im Moment, glaube ich, ist ein EU-Beitritt sicher nicht mehrheitsfähig. Sollten die Bilateralen jedoch in eine Sackgasse führen, dürfte sich das rasch ändern.

Armee-Abschaffung?
1989 habe ich für die Abschaffung gestimmt. Ich war Radfahrer und total unzufrieden mit der Armee. Und sie hat sich nicht zum Guten entwickelt. Deshalb bin ich für eine massive Reduktion des Armeebudgets. Und für mehr Effizienz.

Was, wenn die Berner Sie nicht wählen? Werden Sie Kommunikationsberater?
Jeder, der das Fernsehen verlässt, macht das. Ich werde sicher nicht auch noch Visitenkarten mit «Kommunikationsberater» drucken lassen.

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