Beat Villiger Nachgefragt

Beat Villiger, CEO Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ), stand bei der Pressekonferenz zum Fall Samuel Koch Red und Antwort.
Beat Villiger, CEO Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) bei der Pressekonferenz zum Fall Koch.
© Keystone Beat Villiger, CEO Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) bei der Pressekonferenz zum Fall Koch.

Schweizer Illustrierte: Herr Villiger, wie geht es Samuel Koch?
Beat Villiger: Sein Zustand ist weiterhin unverändert stabil. Er liegt auf der Intensivstation, dort wird er auch in den nächsten Tagen betreut. Er kann normal sprechen und sich normal ernähren.

Sie haben im SPZ oft VIP-Patienten. Was ist im Fall von Samuel Koch so speziell? Schicksale wie jenes der Familie Koch erleben wir leider jeden Tag. Ort und Zeitpunkt des Unfalles sind bei diesem Patienten sicherlich das Spezielle. Millionen haben den Unfall live am Fernsehen miterlebt. Dies erklärt auch die grosse Anteilnahme und das grosse Interesse der Medien.

Haben Sie den Unfall im TV selber gesehen und mit Fachleuten darüber diskutiert?
Ich habe die Show nicht gesehen. Selbstverständlich haben sich die SPZ-Fachleute den Unfallmechanismus sehr genau angeschaut, um die bestehenden Befunde besser interpretieren und therapeutisch optimal reagieren zu können.

Angesichts der Riesen- aufregung: Kann das SPZ noch in Ruhe seine Arbeit tun?
Es ist für uns wichtig, trotz dem Rummel Normalität im Alltag zu pflegen. Unsere tausend Mitarbeiter betreuen täglich 140 stationäre und eine grosse Zahl ambulante Patienten. Die haben das Anrecht auf die gleiche professionelle Betreuung wie vor dem Rummel. Wir wollen keine PR mit Betroffenen, wir sind bestrebt, die Medien in Schach zu halten, damit der Patient und die Familie ihre Ruhe haben.

Erhoffen Sie sich nun mehr Patienten aus Deutschland?
Nein. Auch Deutschland verfügt über bestqualifizierte Querschnitts-Reha-Zentren. Die Hauptgründe, weshalb Samuel Koch zu uns verlegt wurde, sind: Wunsch der Familie, Nähe zum Wohnort und der Entscheid der Ärzte in Düsseldorf, die unser Zentrum aus eigener Anschauung kennen.

 
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