Rita Fuhrer Nachgefragt

Vergangene Woche zeigte sich die Zürcher alt Regierungsrätin Rita Fuhrer erstmals ohne Perücke. Der «Schweizer Illustrierten» erzählt sie, wie es ihr geht.
Die Zürcher alt Regierungsrätin, 57, von der Chemotherapie gezeichnet.
© Doris Fanconi/Tagesanzeiger Die Zürcher alt Regierungsrätin, 57, von der Chemotherapie gezeichnet.

Schweizer Illustrierte: Frau Fuhrer, wie geht es Ihnen?
Rita Fuhrer: Jetzt geht es mir wieder gut.

Wie haben die Leute vergangene Woche reagiert, als sie Sie im «Tages-Anzeiger» ohne Perücke sahen?
Die Reaktionen waren enorm! Viele freuten sich einfach, dass es mir besser geht. Viele Frauen, die ebenfalls von Brustkrebs betroffen sind, fühlten sich unterstützt. Auch Velofahrer meldeten sich und sagten, dass sie sich freuen, mich wieder auf den Pässen zu sehen – Leute, die ich gar nicht kenne.

Warum legten Sie die Perücke ab?
Ich war mit meinem Mann im Engadin in den Ferien. Eines Tages sagte er: «Die Perücke stört dich, lass sie doch einfach weg.»

Wo ist sie jetzt?
Gewaschen und versorgt. Als ich sie weglegte, sagte ich ihr noch: Mach ja, dass ich dich nicht noch einmal brauche!

Warum sind Haare für Frauen so wichtig?
Sie sind ein Zeichen von Kraft und Schönheit. Aber zum Glück für die Männer gibt es noch andere Zeichen. Ein Teil meiner Familie trägt Glatze. Neulich, als wir uns trafen, sagten sie: «Willkommen im Klub!» (Lacht.)

Wie geht es nun weiter?
Aufwärts! Bald kann ich wieder ans Aufbauen gehen: eine Arbeitswelt, Fitness. Und mich wieder um Familie und Freunde kümmern. Endlich kann ich wieder geben!

Werden Sie sich in der Krebsliga engagieren?
Ich habe bislang keine Anfrage bekommen, und ich bin auch nicht sicher, ob es das Richtige wäre. Aber ich möchte auf jeden Fall etwas Soziales machen.

Was hat Sie in den letzten eineinhalb Jahren am meisten berührt?
Meine Familie. Ich wusste immer, dass wir eine starke Bindung haben. Aber ich war dann doch überwältigt. Mein jüngster Sohn etwa hat sich durch nichts und niemanden aufhalten lassen, um bei mir zu sein, als ich nach der Operation aufwachte.

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