Nella Martinetti Nachgefragt

Die Entertainerin Nella Martinetti, 64, hofft, dass sie trotz Bauchspeicheldrüsen-Krebs Ende August beim internationalen Finale des «GP der Volksmusik» auftreten kann.
Nella Martinetti hofft auf ein TV-Comeback.
© Geri Born Nella Martinetti hofft auf ein TV-Comeback.

Schweizer Illustrierte: Frau Martinetti, Sie stehen bald wieder auf der Bühne!
Nella Martinetti: Das stimmt. Zum 25-Jahr-Jubiläum des «Grand Prix der Volksmusik» am 28. August in Wien trete ich zusammen mit fast allen anderen 24 internationalen GP-Siegern auf. Ich muss dabei allerdings im Rollstuhl sitzen, zum Stehen reicht meine Kraft nicht. Ich weiss auch noch nicht, ob es mir gelingt, das Lied mitzusingen. Ich hoffe, dass meine Stimme nicht zu schwach ist.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Den Umständen entsprechend sehr gut. All meine Werte sind gut und stabil. Ein Arzt sagte kürzlich gar, ich grenze an ein medizinisches Wunder. Und auch ich muss sagen: Wenn ich nicht wüsste, dass ich Krebs habe, würde ich sagen, ich sei fast gesund.

Heisst das, Sie brauchen endlich keine Chemotherapie mehr?
Das heisst es leider nicht. Ich muss mich bis auf Weiteres regelmässig der Therapie unterziehen. Ich bin gerade mitten in einem Zyklus, danach habe ich eine Woche Pause.

Wie siehts aus mit den Nebenwirkungen?
Meine Haare sind zwar sehr dünn geworden, aber sie sind nicht ausgefallen. Gerade gestern war ich beim Coiffeur. Ich muss mir unbedingt eine Haarkur verpassen lassen. Ansonsten bin ich halt sehr müde und kraftlos. Ich kann nirgends alleine hingehen, meine Wohnpartnerin Marianne begleitet mich meist – auch nach Wien.

Sind Sie auf den Rollstuhl angewiesen?
Ich kann noch laufen, aber nicht länger als fünf Minuten, dann klappe ich zusammen. Ich werde oft eingeladen, und wenn es geht, absolviere ich Besuche ohne Rollstuhl.

Können Sie Sommerferien planen?
Das geht leider nicht, auch nicht in der chemotherapiefreien Woche. Wegen der Fibromyalgie, unter der ich zusätzlich leide, habe ich oft Schmerzen und muss Medikamente schlucken. So könnte ich keine Ferien geniessen. Aber ich beklage mich nicht, ich bin im Moment zufrieden mit meinem Leben.

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