Olivier Père Nachgefragt

Der gebürtige Franzose Olivier Père, 39, leitet als künstlerischer Direktor zum ersten Mal das Filmfestival von Locarno (4. bis 14. August). Der zweifache Vater lebt mit seiner Familie in Paris und Locarno.
Olivier Père ist gespannt.
© Remy Steinegger Olivier Père ist gespannt.

Schweizer Illustrierte: Olivier Père, am 4. August startet das 63. Filmfestival von Locarno. Zum ersten Mal mit Ihnen als künstlerischem Direktor. Auf was freuen Sie sich am meisten?
Olivier Père: Natürlich auf die Piazza, das Herzstück des Festivals! Und besonders freue ich mich, dass wir da zwei Schweizer Filme zeigen dürfen: «Hugo Koblet – Pédaleur de charme», eine filmische Biografie des berühmten Radrennfahrers, und «Sommervögel», der erste Spielfilm des bekannten Dokumentarfilmers Paul Riniker. Weitere Highlights sind der Ehrenleopard, der dieses Jahr an Alain Tanner verliehen wird, und die Premiere der Hollywood-Komödie «Cyrus».

Locarno wird oft fehlender Glamour vorgeworfen. Wie geben Sie Gegensteuer?
Für mich gehts zwar in erster Linie darum, neue, junge Autorenfilme zu entdecken und zu fördern. Ich denke aber nicht, dass wir zu wenig glamourös sind. Mit Chiara Mastroianni und John C. Reilly haben wir zwei grosse Stars, die uns dieses Jahr beehren. Wir versuchen, das richtige Gleichgewicht zwischen Glamour und Inhalt zu finden.

Sie waren Filmkritiker, dann arbeiteten Sie für die Cinémathèque française und für das Filmfestival Cannes. Woher rührt Ihre Liebe zum Film?
Der erste Kinofilm, den ich als kleiner Knirps mit meiner Mutter in Marseille sah, war der Walt-Disney-Klassiker «Pinocchio». Vollends gepackt hat mich das Filmfieber mit Brian De Palmas Horror-Musical «Phantom of the Paradise».

Was wünschen Sie sich für Locarno?
Dass es sich weiterhin als kleines, wertvolles A-Festival in den Schlagzeilen hält – mit vielen Entdeckungen. Ein Traum wäre aber auch, mal auf der Piazza einen Kassenschlager wie «Inglourious Basterds» von Quentin Tarantino uraufzuführen. Oder einen Film von James Cameron. Auf der Bildebene ist der «Avatar»-Regisseur einfach ein echter Visionär.

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