Im Truck durch die USA Abenteuerreise auf 18 Rädern

Country-Musik, Steaks im Truckstop, Besuch bei den Cowboys: Als Beifahrer eines Sattelschleppers wird der Trip quer durch Amerika zum besonderen Erlebnis.
Endlose Weite: Einer von Werner Eglis Working-Trucks in der Nähe von Tucson, Arizona.
© Christian Heeb Endlose Weite: Einer von Werner Eglis Working-Trucks in der Nähe von Tucson, Arizona.

Route 66 – jeder echte USA-Fan hat den legendären Highway zwischen Chicago und Los Angeles schon abgefahren. Im Auto, auf der Harley, im Wohnmobil. Aber als «riding shotgun», sprich Beifahrer, auf einem Truck? Werner Egli, 68, machts möglich. 2008 gründete der Zürcher die Firma Truckrideamerica, heute der führende Anbieter von Truckerreisen. Eine der beliebtesten Strecken: Tucson–San Francisco– Los Angeles retour. 3000 Kilometer on the road, in vier Tagen.

550 PS, 18 Räder auf 5 Achsen, 15 Gänge, 2 davon rückwärts. Bis ein Kenworth T160 die Reisegeschwindigkeit von 95 km/h erreicht hat, legt er zwei Kilometer zurück. Bei voller Ladung, versteht sich. 80 000 Dosen Cola zum Beispiel. Der Gast erlebt das Truckerleben hautnah mit, ohne Schnickschnack: Beim Auf- und Abladen heissts mit anpacken, geschlafen wird in der klimatisierten Kabine hinter den Sitzen. Gast oben, Chauffeur unten. Trotz Platzmangel muss niemand auf TV und Kühlschrank verzichten.

Apropos Chauffeur – verlangen Sie nach Günther Zöchbauer! Der gemütliche Österreicher ist Trucker mit Leib und Seele und karrt seit 22 Jahren Waren quer durch die Staaten. «Trucken in den USA ist total relaxt.» Günthi kennt Strecken, auf denen es 30 Kilometer lang keine Kurve gibt – nur Erdöl-Bohrtürme, Kakteen, Büffelherden. Ein Schwyzer Unternehmer, der schon zweimal neben Günthi auf dem Bock hockte, habe seinen Job auf den Punkt gebracht: «Trucker sein heisst, frei zu sein.»

Ein Abstecher nach Tombstone lohnt sich. In den historischen Saloons der ehemaligen Westernstadt wurden unzählige Filme gedreht. Noch immer stiefeln Cowboys durch die staubigen Strassen, «Schiessereien» gibts täglich um zwölf (www.cityoftombstone.com). In den Truckstopps geht der Tag zu Ende: Tanken, duschen, essen ist angesagt. Trucker sind die meiste Zeit allein unterwegs. Hier sitzen sie zusammen und tauschen News aus. Mit seinen Gästen besucht Günthi bei Amarillo, Texas, jeweils ein Restaurant der besonderen Art: Wer es schafft, ein Zwei-Kilo-Steak in einer Stunde allein zu verdrücken, kriegt es gratis (www.bigtexan.com).

CHECK-IN
Anreise: Die Truckreisen von Werner Egli (rechts) starten alle in Tucson, Arizona. Individuelle Anreise. Retourflug Tucson–Zürich, z. B. mit Swiss via Chicago: CHF 1200.– bis 1500.–.
Preise: Truck Vier-Tage-Fahrt (Tucson–San Francisco–L. A.–Tucson): CHF 420.–/Tag. Inbegriffen: Mahlzeiten/Unterkunft.
Restaurant: The Museum Club in Flagstaff, Arizona: altes Roadhouse, super Country-Musik.
Museum: «Route 66»: Besucherzentrum in Kingman, Arizona
Infos: www.truckrideamerica.com. Buchungen auch bei www.knecht-reisen.ch oder www.mti.ch

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