Die neuen Hängebrücken in der Schweiz Adrenalinkick für Wanderer

Immer länger, immer spektakulärer: Die waghalsigen Konstruktionen der Hängebrücken in der Schweiz sind der letzte Schrei. Und ziehen sowohl Wanderer wie auch Schaulustige an.
Hängebrücke Europaweg zwischen Grächen und Zermatt.
Hängebrücke Europaweg zwischen Grächen und Zermatt.

Asien ist berühmt dafür, die Schweiz zieht wacker nach: Hängebrücken sind in Mode und verhelfen schwer erschliessbaren Gebieten zu mehr Tourismus.

Seit letztem Sommer die spektakuläre Hängebrücke beim Triftgletscher im Berner Oberland eröffnet wurde, ist die Zahl der Wanderer um 10 000 gestiegen. Der Neubau anstelle der alten, zu stark dem Wind ausgesetzten Brücke ist 170 Meter lang und liegt 100 Meter über dem Ausfluss des Gletschersees. Das leichte Ausschwingen der Hängebrücke und der Blick in die Tiefe sind nicht jedermanns Sache. Doch das darunter fliessende smaragdfarbene Gletscherwasser ist so betörend, dass sich die «Mutprobe» auszahlt.

Die Salbitbrücke der Göscheneralp (UR) ist aus den nur vier Jahre alten Teilen der Triftbrücke in schwindelerregender Höhe (2380 m ü. M.) zusammengesetzt worden. Seit Juni lässt sich die recycelte Hängebrücke Salbit begehen. Eine Völkerwanderung wird es trotz spektakulärer Sicht im beliebten Klettergebiet nicht geben: Der Anmarsch beträgt zwischen drei und vier Stunden. Wer den Anstieg schafft, wird ein veritables Himalaja-Feeling mitten in den Alpen erleben, zumal dank Schweizer Entwicklungshilfe viele Brücken in ähnlicher Ausführung in Nepal zu finden sind.

Auch die Walliser Gemeinde Ronda (2200 m ü. M.) will hoch hinaus: Der «schönste Höhenweg der Alpen», der Europaweg von Grächen nach Zermatt, führt hier vorbei. Ohne die neue Brücke (230 m), die erst kürzlich eröffnet worden ist, hätte sowohl der Europaweg als auch die Königsetappe der Tour Monte Rosa aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen.

Die längste Fussgänger-Hängebrücke Europas (374 m), der Raiffeisen-Skywalk, liegt seit Juli im Schwyzer Ausflugsgebiet Sattel-Hochstuckli. Mit der Drehgondelbahn, in der im Sommer sogar diniert werden kann, gelangt man direkt zur Brücke. Sie ist Rollstuhl- und Kinderwagen tauglich.

Ganz aus Holz hingegen ist der Traversinersteg II (56 m) in der Viamala-Schlucht. Über herrlich angelegte Wanderwege ist er in 2½ Stunden Fussmarsch von Sils oder in 20 Minuten von Rongellen zu erreichen.


Check-in:

Mehr Hängebrücken: Belalp-Riederalp, Weltnaturerbe Unesco Jungfrau-Aletsch: gemütliche Wanderung zur neu erbauten Hängebrücke (124 m) über die Massaschlucht (VS); Hohstalden (153 m) bei Frutigen BE; Passerelle Farinet (97 m) im Rhonetal (VS). Berghütte: SAC-Salbithütte Tel. 041 - 885 14 31.
Besonderes: Schlemmen in der Gondelbahn Hochstuckli, Infos Tel. 041 - 836 80 80 Infos: Schweiz Tourismus Tel. 00800 100 200 30,
www.ausflugsziele.ch

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