Businessclass Einmal privilegiert hin und zurück!

Was bedeutet eigentlich Luxus? Familie, Freunde und einen tollen Job, in dem man recht verdient? Bestimmt. Doch zwischendurch ist es simpler: in ein Flugzeug steigen, in der Businessclass Platz nehmen und in Hotels der oberen Klasse einchecken. Ein Erlebnisbericht.
Georgia May Jagger modelt für British Airways
© Getty Images

Georgia May Jagger ist das Gesicht der British Airways.

Kundenfreundlich waren sie ja schon immer! Trotz Economy-Ticket stehe ich so gut wie immer beim Check-In für die Businessclass an - das spart einfach jede Menge Zeit. Das Personal hinter dem Schalter gibt mir zwar jedes Mal zu verstehen, dass ich in der falschen Reihe angestanden bin, es aber ausnahmsweise in Ordnung gehe. Dieses Mal stehe ich aber richtig: Ich fliege Businessclass mit British Airways, von Zürich nach London bis New York - und wieder zurück. Nach der ersten Musterung meines «Club World»-Tickets scheint die Frau, die mein Gepäck aufs Lieferband befördert, bereit, alles für mich zu tun. Ich will nur wissen, an welchem Gate mein Flieger wartet.

Die Frage stellt sich einem Normalverdiener immer: Lohnt es sich, einen Monatslohn für einen Flug mit etwas mehr Komfort auszugeben? Wohl kaum. Doch der Gedanke, nicht Holzklasse zu fliegen, erhellt das Gemüt trotzdem. Was wohl aber kein Mittelständiger jemals verstehen wird: die Kurzstrecke Zürich/London in der oberen Klasse zu fliegen - der Unterschied zur Economy, abgesehen von minim mehr Platz und einem Salätchen statt ein paar Nüsschen, ist kaum spürbar. Doch gehts über den grossen Teich, sieht die Sache anders aus. 

Es ist ja schon fies: Economy-Flieger passieren beim Einsteigen die Businessclass, sie müssen immer weiter gehen bis sie den Vorhang erreichen, der die Klassen voneinander separiert. Das erste Mal in meinem Leben suche ich mir einen Sitzplatz mit tiefer Nummer, in der Businessclass der British Airways. Über die ganze Breite der Boeing 767 verteilen sich acht Sitz- beziehungsweise Schlafplätze. Die meisten fliegen allein, vermutlich sind sie auf Geschäftsreise.

British Airways Club World
© ZVG

Der Sitz in der Businessclass lässt sich zu einem flachen Bett verstellen. 

Kaum Platz genommen, wedeln die Flight Attendants schon um mich herum: Weisswein, Organgensaft oder ein Wasser gefällig? Die Jacke wird sorgfältig in einem seperaten Schrank verstaut, die Flugbegleiterin händigt ein Nümmerchen wie an der Garderobe bei Konzerten aus. Bis zum Start dauert es noch ein Weilchen, immerhin sind die «Club World»-Ticketinhaber die ersten, die ins Flugzeug steigen. Zeit, um das Unterhaltungsprogramm zu studieren. Es scheint, als sei das Angebot das gleiche wie in der Holzklasse. 

Zum Abendessen wird ein Drei-Gänge-Menü serviert: zur Vorspeise Lachs, ein Filet zum Hauptgang und Käse zum Dessert - Cocktails auf Wunsch. Ich verzichte beim Rückflug aufs Essen, in der Flughafen-Lounge - Zugang im «Club World»-Ticket inklusive - gibts ein ähnliches Angebot. Klar, selbst beim Businessclass-Dinner haftet der Geschmack von Flugzeugessen nach. Kulinarisch verwöhnen lasse ich mich deshalb während meines Aufenthalts in New York.

Das Langham Place an der Fifth Avenue ist mitten im Geschehen. Öffne ich die Vorhänge meines Schlafzimmers im 21. Stock, ragt das Empire State Building vor mir in die Höhe - nicht umsonst wohne ich in der Empire Suite. Im Lift werde ich vom Personal gegrüsst: «How are you?» - der Standard-Satz der Amerikaner. Für einmal glaube ich tatsächlich, dass er mehr als nur eine Floskel ist. Im Hotelinternen «Ai Fiori» - einem Michelin-Sterne-Restaurant - gibts Köstlichkeiten vom belgischen Chefkoch.

Luxus von A bis Z - für einen Kurztrip ideal. Glücklich schätzen kann sich jeder, der das nötige Kleingeld dafür hat, ein Upgrade machen kann oder eingeladen wird. Für alle andern bleibt die Businessclass der Raum hinter dem Vorhang. Ich persönlich würde das Geld eher in mehrere Reisen investieren, als in nur eine einzige teure.

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