«Queen Mary 2»: Berühmtester Ocean-Liner der Welt Das Schiff der grossen Gefühle

Ist die heiss verehrte «Queen Mary 2» nur berühmt oder auch brillant? Ein Besuch an Bord. Zwischen Hamburg und Southampton.
«In Hamburg sagt man Tschüss!» Läuft die «Queen Mary 2» aus, winken Hunderttausende begeistert vom Ufer. Hühnerhaut-Feeling.
«In Hamburg sagt man Tschüss!» Läuft die «Queen Mary 2» aus, winken Hunderttausende begeistert vom Ufer. Hühnerhaut-Feeling.

Final destination Brooklyn! Commodore Christopher Rynd höchstpersönlich griff zum Joystick, um das 345 Meter lange und 72 Meter hohe Schiff (13 Decks!) an der Landungsbrücke von St. Pauli zu wenden und Kurs Richtung Nordsee aufzunehmen. Ein unglaublicher Moment: Hunderttausend Hamburger verfolgten die Ausfahrt gebannt am Ufer, jubelten dem berühmtesten Ocean-Liner der Welt begeistert zu. Hühnerhaut-Feeling auch auf Deck: Die coolen Jungs von der Bord-Big-Band (besonderes Merkmal: dunkle Dolce & Gabbana-Sonnenbrillen) intonierten angesichts des Reiseziels «New York, New York» und grüssten die Hansestadt mit dem Klassiker «In Hamburg sagt man Tschüss». Die Gäste swingten mit. Und bissen beherzt in ihre Currywurst.

Treffpunkt Tanz-Café
Die drei «Queens» (Elizabeth 2, Victoria, Mary 2) sind für den Transatlantik gebaut – und «Indoor-Schiffe». Unter freiem Himmel ist das Angebot eher dürftig (kleiner Pool, nur eine Bar geöffnet), dafür ist drinnen die Welt grossartig. Wunderschöne Salons, ein grosses Theater, Restaurants im Dutzend, Spa auf zwei Etagen. Ergreifend der Nachmittagstee im «Queens Room»: Das Orchester spielt auf, Hundertschaften drängen zwischen Kaffee und Kuchen auf die Tanzfläche. Ältere distinguierte Herren bitten als «Taxi-Dancer» ebensolche Damen zum Cha-Cha-Cha. Beeindruckend das Restaurant Britannia: Zweimal 1200 Personen (Zwei-Schichten-Service!) treffen sich bei Streichmusik zum Diner. Executive Chef Klaus Kremer (23 Jahre auf See!) und seine 150 Köche sind gefordert.

Die Queens-Klasse
Auf den «Queens» gibts noch eine Art «Passagiere erster Klasse». Sie reisen auf den «Queens Grill Decks». Die Kabinen (mit angenehmen Balkons) sind sehr grosszügig geschnitten. Der «Grill» zumindest auf dieser Reise ist eher enttäuschend: Die ersten fünf bestellten Bordeaux waren nicht erhältlich, die Karte ist knapp. Trost findet man im kleinen Restaurant von US-Chef Todd English: Den kennt zwar in Europa kein Mensch – aber seine Paella war perfekt; wer hier dinieren will, zahlt übrigens einen «Penalty» von 35 Dollar.

Moderat, unkompliziert
Ein Schiff fürs Snobs ist die «Queen Mary 2» nicht. Im Gegenteil: Die Preise für eine Überfahrt nach New York sind moderat. An Bord fliesst eher Bier denn Champagner. Die Stimmung ist fröhlich-unkompliziert. Smoking muss nicht sein.
 

Check-in: 

  • Das Schiff: «Queen Mary 2» (Cunard Line). 345 Meter lang, 72 Meter (!) hoch.
    12 Decks für 2592 Passagiere in 1296 Kabinen
  • Restaurants: Drei riesige Hauptrestaurants. Top-Küche im «Todd English» (kleiner Aufpreis). 9 Bars und Lounges. Spa.
  • Preise: Transatlantik: Kabinen ab CHF 1299.- p. P.,
    Queens-Klasse ab CHF 4660.- p. P.
  • Geheimtipp: Mini-Kreuzfahrten Hamburg-Southampton (2 Nächte, 3 pro Jahr)
    ab CHF 350.- p. P. u Info
    www.cunardline.ch

 

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