Bangladesch - Ein Abenteuerland mit Potenzial Den Entdeckergeist spüren

Bangladesch hat alles, was man sich von einer exotischen Reisedestination wünscht: wenig Touristen, unberührte Natur und das gewisse Etwas – ein bisschen Unorganisiertheit.
Inai Beach: An der Küste entdeckt man immer wieder neue, nur von Fischern genutzte Strände.
Inai Beach: An der Küste entdeckt man immer wieder neue, nur von Fischern genutzte Strände.

Ganz schön kokett: «Besuchen Sie uns, bevor die Touristen kommen!» So wirbt Bangladesch in seinen Reiseprospekten. Und tatsächlich: Das von Indien umarmte Land, von dem man sonst nur bei Berichten über Armut oder Katastrophen hört, ist eine der wenigen Destinationen, wo man noch den Entdeckergeist spürt. Bereits die Ankunft in der Hauptstadt Dhaka riecht nach Abenteuer – und Abgas: Klapprige Busse, Taxitöffs, einige Autos und Hunderttausende Velorikschas suchen sich klingelnd und hupend einen Weg durchs Chaos, überall dazwischen stehen und gehen Menschen in ihren bunten Gewändern – und wollen von den raren westlichen Besuchern stets das Gleiche wissen: woher sie kommen und wie sie heissen. Die Sehenswürdigkeiten – etwa das Parlamentsgebäude oder die Nationalmoschee (Bangladesch ist islamisch) – sind schnell abgeklappert. In Old Dhaka, wo viele Kunsthandwerker beheimatet sind, kann man verweilen. Wer Ruhe sucht, ist in Dhaka aber fehl am Platz.

Die Sundarbans
Das sumpfige Inselmosaik im Süden Bangladeschs bietet Erholung und gehört nicht umsonst zum Unesco-Weltkulturerbe. Die riesigen Mangrovenwälder beheimaten unendlich viele Tiere, darunter den bedrohten bengalischen Tiger. Auf einem Sundarbans-Ausflug entdeckt man garantiert seine Spuren (sehen tut man ihn selten), aber die vorbeiziehenden grünen Ufer, die farbigen Vögel, die durchs Wasser gleitenden Flussdelfine und die kleinen Fischerdörfer machen die Tour auf den mit Einzelkabinen ausgestatteten Touristen-Schiffen allemal lohnenswert.

Bandarban
Wer Bangladesch erwandern will, ist hier richtig: Unweit der Grossstadt Chittagong erstreckt sich die Hügellandschaft von Bandarban. Lange Zeit galt die Gegend aufgrund politischer Unruhen als unsicher – mittlerweile ist sie ein beliebtes Erholungsgebiet.

Cox’s Bazar
Den Ferienort am Golf von Bengalen könnte man auch als Las Vegas von Bangladesch bezeichnen – allerdings ist er noch entwicklungsbedürftig. In Windeseile wurden entlang des 212 Kilometer langen Sandstrandes Hotelklötze errichtet. Eine löbliche Ausnahme: das Mermaid Eco Resort. Das Besitzerpaar legt wert auf Naturmaterialien, frische Blumen und eine westlichbengalische Fusion-Küche. Wer möchte, kann mit hoteleigenen Booten zu scheinbar unberührten Stränden gondeln. Und so Bangladesch erkunden, bevor die Touristen kommen.

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