Tierparadies vor Ecuadors Küste Galapagos: «Jurassic Parc» im Original

Nirgends kommt man ihnen so nahe: Neugierig schauen Seelöwen und Pinguine den Schnorchlern in die Taucherbrille. Die Tierwelt um die fünf bewohnten Inseln atemraubend.
Ecuador
© Caroline Micaela Hauger

Gähn oder görps? Die Meerechsen suchen ihre Nahrung unter Wasser. Zur Fortpflanzungszeit sind die Männchen besonders farbig.

Das Zauberwort heisst Respekt. Respekt vor der Natur, den Tieren, ihrem Lebensraum. Wer «Darwins Garten» betritt, muss sich am Flughafen einem peniblen Gepäckcheck unterziehen. Schon ein Apfelkern kann die einheimische Flora und Fauna aus dem Gleichgewicht bringen.

Unesco-Weltnaturerbe Das Abenteuer vor der Küste Ecuadors (man fliegt beispielsweise mit KLM von Amsterdam nach Quito und von dort weiter auf die zweitgrösste Insel Santa Cruz) erinnert ein wenig an «Jurassic Parc» – nur in echt. Das Begrüssungskomitee riecht eigenartig. Und ist laut. In Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristobal tummeln sich mitten in der Fussgängerzone Hunderte brüllende Seelöwen.

Stadt- und Strandbewohner Sie werden bis zu 2,70 Meter lang und schlafen nachts vorzugsweise auf Bänken, Autos und Booten. Wie die Blaufusstölpel, Fregattvögel, Leguane und Riesenschildkröten gehören sie zu den Lieblingen jedes Hobbyfotografen. Diese sollten Bullen und trächtigen Weibchen am Strand nicht zu nahe kommen. Ebenso gilt: Abstand zu den drachenartigen Meeresechsen, die einem sonst ungeniert Salzwasser ins Gesicht spucken.

Haie am «Schlafenden Löwen» Es empfiehlt sich, das Inselhopping (5 der 13 Eilande sind bewohnt) bereits zu Hause zu planen. Man übernachtet auf dem Schiff oder in Hotels. Tagesausflüge werden von Nature-Guides begleitet. Auch hier gilt: Der Trail darf nicht verlassen werden. Unterwasser fühlt man sich freier. Bei der Felsformation Leon Dormido geht man mit Meeresschildkröten, Haien und Rochen auf Tuchfühlung. Auf der Insel Isabela (ein Juwel) wollen Pinguine schon im Hafenbecken mit Schnorchlern spielen. Die Galapagosinseln sind ein teures Vergnügen. Aber ist es nicht unbezahlbar, Tieren so nahe zu sein, die man sonst nur aus dem Zoo oder von «National Geografic»-Dokus her kennt?

Schweizer setzt Meilenstein Herbert Frei eröffnete 2013 auf Santa Cruz Ecuadors erstes Ökohotel. Seine «Pikaia Lodge» ist CO2-neutral und bietet Luxus vom Feinsten. Weitere Highlights: mit Pferden durch die Highlands reiten. Grosse Steine säumen den Weg. Bewegen sie sich? Aha! Landschildkröten. Viele sind über 200 Jahre alt. Alle Informationen dazu erhält man in der Darwin-Station in Puerto Ayora. Schönster Inselstrand: Tortuga Bay. Abends trifft man sich zum Dinner in der Lobster Street. Natürlich hat man ein wenig Mitleid mit den Tierchen. Bis sie grilliert und mit Vanille-Sauce serviert dampfend vor einem auf dem Teller liegen.

Check-in
Anreise Ab Zürich nach Quito (Citytour in der höchstgelegenen Hauptstadt der Welt einplanen!) und mehrtägige Galapagos-Rundreise bei www.tui.ch, www.cotravel.ch, www.manta.ch Beste Reisezeit Gibt es wettertechnisch nicht. Viele Veranstalter preisen die Nebensaison im April/ Mai und September/Oktober an, dann sind die Hauptinseln nicht so überlaufen Hotels Mit Kanu: «Red Mangrove Adventura Lodge» (Santa Cruz). Mit Pool: Pimampiro Hotel (San Cristobal). Mit Strand: «Casa de Marita» (Isabela) Infos www.ecuador-discover.de

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